Ausflug 170: NÖ - Pleiskirchen, nordwestlicher LK

 

 

LK-AÖ: „Fahrrad“ Nr. 170                                              Stand 4. 2010

 

„Rundtour nordwestlicher LK AÖ: Tertiäres Hügelland, Pleiskirchen.“

 

Winhöring – Engfurt – Pleiskirchen – Johannesbuchbach – Nonnberg – Georgenberg - Sigrün - Winhöring. Von Alt-/Neuötting sind zwei Zufahrten angefügt.

 

Weglänge: Der Rundkurs ist ohne Abstecher knapp 40 km lang. Der Zufahrten von Neuötting verlängern um ca. 11, von Altötting um ca. 14 km.

Wegqualität: Man fährt auf Feldwegen oder Straßen.

Nähere Informationen:
Kartenmaterial: Eine Karte im Maßstab 1: 50 000 ist immer wichtig.
Natur: Die Tour geht durch eine wesentlich durch Einzelgehöfte charakterisierte Land-schaft, nur kleinere Orte werden durchfahren.
Kultur: Informationen zu allen größeren Gemeinden im Gebiet im Internet: www.toeging.de, www.winhoering.de, www.pleiskirchen.de, www.niedertaufkirchen.de .  

Variante für Kinder: Für Kinder, die nicht die ganze Strecke fahren können, kann man Teilstrecken wählen bzw. einzelne Ziele ansteuern.

Öffentliche Verkehrsmittel: Bahnanschluss gibt es in Altötting, Neuötting. Busanschluss in fast allen Ortschaften, allerdings eher selten.

Einkehrmöglichkeiten: In jedem größeren Ort (auch in manchen kleinen) gibt es Gasthäuser entlang der Route (siehe auch die Webadressen oben).

Mitarbeit: Wer weitere interessante Informationen beisteuern mag oder Fehler findet, ist  herzlich eingeladen, hier beizutragen (Dr. Ernst-Josef Spindler, E-Mail: ernst-josef.spindler(at)web.de oder Tel: 08677 – 62683).

 

1            Ausgangspunkt: Diese Rundtour ist mit dem Ausgangspunkt Winhöring beschrieben.
Die Rundtour bewegt sich vor allem im tertiären Hügelland, südlich der Wasserscheide zwischen Rott und Inn, die sich wenig markant von Ost nach West zieht. Zum Inn ziehen einige Bäche (von West nach Ost): Johannesbuchbach, Mühlbach (sie vereinigen sich südlich von Pleiskirchen zum Heistinger Bach; der kurz vor der Isen noch den Kothingbuchbach aufnimmt und bei Engfurt in die Isen mündet. Wenig weiter östlich entwässert der Sigrüner Bach in den Isen. Noch weiter im Osten sind wir mit dem Rockersbach, der in den Reischachbach mündet und zusammen in den Inn, schon im Gebiet von Reischach. Im Norden entlang fließt der Geratskirchner Bach, der in die Rott mündet. Zu deren Talformen siehe unter „Pleiskirchen“ (Q6).

2            Winhöring: Es gibt hier viele interessante Sehenswürdigkeiten, die sehenswerte Feldkirche St. Maria: (Q2) Saalkirche des 15. Jhs, südlich der Schnellstraße, die Gemeindekirche St. Peter und Paul: (Q2) Dreischiffige Halle, Reste vom romanischen Vorläuferbau im Turm (rom. Figur auf Südseite) mit Friedhofskapelle und sehr schönem, schlossartigem Pfarrhof.  
Wir fahren nach Westen zum Isensee, der ein südlich gelegenes Wasserkraftwerk speist. An seinem Nordufer ein Eichenwäldchen, Naturdenkmal im LK-AÖ (Q5).
Weiter Richtung Engfurt, bei Ostenham steht links des Weges ein weiteres Naturdenkmal (Q5), eine Grenzeiche (Stieleiche). 

3            Engfurt (Töging). Eremitage mit Hl. Dreifaltigkeitskapelle, eine malerisch gelegene barocke Baugruppe über einer Flussschleife der Isen. Weiter über den neu gebauten Radweg  bis Kaining (hier mit der Schwirzeiche (Stieleiche) ein Naturdenkmal im LK AÖ (Q5)); hier endet der Radweg. Weiter die Straße entlang nach

4            Klebing (Pleiskirchen): Schloss mit Kapelle, 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts: Dreigeschossige Vierflügelanlage um kleinen Innenhof. Zwei Naturdenkmäler in Klebing, die Schlossallee, die allerdings nicht auf das Schloss zu- sondern an ihm vorbeiführt und wenige Bacheichen (Q5).  Weiter nach

5            Pleiskirchen: Die Gemeinde Pleiskirchen ist die Flächen-mäßig größte und Einwohner-mäßig wenigst besiedelte Gemeinde im Landkreis AÖ (ca. 50 Einwohner/km2).  Pfarrkirche St. Nikolaus, gotischer Ursprung, 1631/32 barockisiert. 
Pleiskirchen liegt auf einem Rücken, der westlich vom Johannesbuchbach, östlich vom Mühlbach begrenzt wird. Bei beiden Tälern steigen die Flanken nach Osten steil, nach Westen flacher an, ein Produkt der eiszeitlichen Lösablagerungen im Zusammenspiel mit Auftauphasen im Sommer; im Sommer erwärmen sich Hänge mit Richtung SO stärker auf, gleichzeitig haben die damals vorherrschenden Winde auf Hängen in Richtung O mehr Löss abgelagert, der dann nach unten geflossen ist und Schmelzwässer gegen die Ostufer gedrängt hat. So wird bei Pittner die Talform erklärt (Q6).  
Weiter auf dem Rücken nach Norden, dann nach Westen in das Johannsbuchbach und weiter nach Norden bis zum kleinen Ort

 

6            Johannsbuchbach (Pleiskirchen: Filialkirche St. Johannes d. Täufer: Kleine Saalkirche romanischen Ursprungs, im 17. JH barockisiert, mit gotischen Schnitzfiguren.
Weiter und ev. Abstecher nach Haunertsholzen (Niedertaufkirchen): Filialkirche St. Ulrich: „Kleiner verputzter, altertümlicher Backsteinbau wohl des 14. JH.s“. Spätgotische Figuren.
Weiter nach

7            Rossbach (Niedertaufkirchen): Pfarrkirche St. Ägidius: Turmunterbau und Langhausmauern romanisch (12. JH), mit maskenartigen Gesichtern als Kragsteinen. 1731 wurde der Chor barockisiert. 
Etwas kompliziert geht es weiter bis zur mit Hinweisschildern angekündigten „Diözesansäule“. Am Waldrand eine Säule, die an die Gründung der für diese Gegend wichtigen Bistümer erinnert. Zugleich grenzen hier Nieder- und Oberbayern aneinander, einige Landkreise (AÖ, Mühldorf, Rottal-Inn). Weiter etwas mühsam (Fahrrad schieben) über Holzen nach

8            Nonnberg (Pleiskirchen): Kirche St. Mariä Himmelfahrt: Saalkirche gotisch, um 1400 anstelle eines 1218 geweihten Baues errichtet. Fresken im Chor.
Über ruhige Sträßchen geht es nach

9            Georgenberg (Pleiskirchen): Gotische Filialkirche St. Georg, umfriedet auf dem Hügel über dem Dorf gelegen, romanischer Vorläuferbau. Ev. Abstecher nach Sorsbach (Pleiskirchen): Gotische Filialkirche St. Philipp und Jakob.
Weiter nach Osten bis nach Wald, dort direkt östlich der Kirche ein Naturdenkmal im LK-AÖ (Q5), aus einer Linde und 10 Ahornbäumen bestehend.
Von hier Abstecher zu zwei flächenhaften Naturdenkmälern im LK-AÖ möglich, nämlich zum Reiter Hangflachmoor und zum Quellmoor bei Nägelstall (Q5).
Von Wald weiter nach Süden, ev. mit Abstecher nach

10        Sigrün (Pleiskirchen): Gotische Kirche St. Koloman, abgelegen auf einem Hügel, Backsteinbau. Wallfahrtskapelle St. Korona (Brünndl), gotischer Holzbau mit Schöpfbrunnen im Innern! 
Weiter über Hilling zurück nach Winhöring, am Schloß vorbei. Die sehenswerte, gut gepflegte Schlossanlage: (Q2) Barockanlage, seit 1717 den Grafen Toerring-Jettenbach gehörig, Schlosskapelle, Schlossschenke. Beim Schloss zwei Naturdenkmäler, eine Eichenallee und ein mächtiger Ahorn (Q5).

Quellen:

Q1 „Natur im Landkreis Altötting“, Antje Jansen; 2007 (?), Landratsamt Altötting (?). Die geologischen Aussagen in diesem Buch sind leider oft unrichtig.

Q2 „Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern“ bzw. „…, Bayern II: Niederbayern“. Dehio; Deutscher Kunstverlag, 2002

Q3 „Reclams Kunst Führer: Österreich I bzw. Österreich II“.Philipp Reclam Jun. Stuttgart, 1981

Q4 „Grüner Reiseführer Landkreis Altötting“, Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, Altötting e.V., 2003

Q5 Liste der bayerischen Naturdenkmäler

Q6 „Jahrmillionen vor der eigenen Tür“, Simon Pittner. Burghauser Geschichtsblätter, 32. Folge, 1973. Dieses lokale geologische Standardwerk ist leider vergriffen.