GEO-Tag  (21./22. 6. 2013)

Hier folgt der Endbericht und viele Fotos mit den Ergebnislisten; alles finden Sie auch auf der GEO-Tags-Webseite . 


Das Untersuchungsgebiet ist  sehr vielfältig strukturiert. Das Basislager hatten wir im Sukzessionsgebiet an einem Geröllhang aufgebaut. Von dort ging es ins Gelände des ehemaligen Kieswerks Karlhuber - ein ausgesprochen magerer und sehr artenreicher Standort, der sich in Sukzession befindet. Auf der nördlichen Seite grenzt ein Buchen-Fichtenwald an, der vergleichsweise artenarm war. Unterhalb des Basislagers sind die Salzachhänge und einige Tümpel. Dort wurden Pilze, Pflanzen, Vögel, Amphibien und Wassertierchen kartiert. 

Am Freitag von 15.00 bis 18.00 Uhr waren die Kindergruppen im Sukzessionsgebiet auf Spinnen- und Krabblersuche. 44 verschiedene Arten haben sie entdeckt. Diese werden in der gemeinsamen Artenliste ausgewiesen und kenntlich gemacht, siehe auch den Bericht über den Kinder-GEO-Tag.  

Am Freitagabend wurde nach Fledermäusen und Nachtfaltern Ausschau gehalten. Johann Brandstetter und Walter Sage hatten zwei Lichttürme und eine Lichtfalle für die Falter aufgestellt, an dem sich bis Mitternacht viele und vor allem wunderschöne Falter, wie z.B. der Schönbär (Calimorpha dominula), Striemen-Rindeneule (Acronicta strigosa), der Hermelinspanner (Cerura erminea) und viele andere tummelten. Ein begeisterndes Schauspiel für die Anwesenden. 4 Fledermausarten wurden am Salzachachhang und an der Salzach entdeckt, z.B. die Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus) und der Große Abendsegler (Nyctalus noctula)

 

Samstagmorgen um 9.00 traf man sich dann am Basislager, um bis ca 13.00 Uhr auch Pflanzen, Bäume, Sträucher, Flechten, Gräser, Pilze, Vögel, Spinnen, Käfer, Amphibien, Schnecken und Wassertiere der Bäche zur Salzach zu untersuchen. Das Gebiet umfasste auch die Tümpel im Anschluss an Kloster auf dem Weg hinab zur Salzach, sowie die Salzachhänge. Bei gemeinsamer Brotzeit, die der Bund Naturschutz bereitstellte, tauschten anschließend die einzelnen Gruppen ihre Erfahrungen aus und am Schluss gab jeder seine kleinen "Highlights" bekannt.

Beeindruckend waren der riesige Ligusterschwämer (Sphinx ligustri) und der sehr seltene Hermelinspanner (Cerura erminea). Zusammen haben Walter Sage und Johann Brandstetter 110 Falterarten in dem Gebiet gefunden! Die Sukzessionsfläche war ein El Dorado für die Pflanzenkundler, die 130 verschiedene Arten entdeckten. Dafür war bei den Pilzen kaum Ausbeute, was aber auch aufgrund des trockenen Standortes und die Jahreszeit zu erwarten war. Dennoch überraschte der Fund eines großen Netzstieligen Hexenröhrlings (Boletus luridus). Im Mischwald am Rand der Sukzessionsfläche ging es relativ artenarm zu. Dort wurde aber der schöne Fund der Dreiecksspinne (Hyptiotes paradoxus) gemacht, eine Radnetzspinne, deren Netz aus nur drei Sektoren besteht, deren verlängerte Mitte das Tier auf einem Fichtenzweig hockend, sehr stark spannt und solange hält, bis ein Beutetier hineinfliegt. Dann lässt sie es los und die Beute verheddert sich im erschlaffenden Netz, sodass sie von der Spinne, leicht überwältigt werden kann. 

In der Vogelwelt hatte die Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) das lebhafte Sagen, darüber hinaus wurden aber auch Graureiher (Ardea cinerea), Sperber (Accipiter nisus) und Turmfalke (Falco tinnunculus) gehört oder gesehen. Insgesamt 42 verschiedene, wobei Ingomar Gürtler mindestens weitere 12 Arten bereits im Frühjahr dort hörte, die nun verstummt sind. Viele Vögel haben ihre Balzzeit hinter sich und kümmern sich um die Brut, sodass sie nicht mehr so intensiv rufen, wie im Frühjahr. Viele verschiedene Schnecken, Spinnen, Käfer und diverse Wassertierchen wurden auch von den teilnehmenden Kindern gefunden und zu den Experten gebracht. Mit unglaublicher Ausdauer und gutem Geschick waren auch die Kinder bis zum Schluss begeistert dabei. Ein skurriler Fund war ein Stein mit versteinertem Muschelfossil aus der Kreidezeit, was als Actaeonella o. Trochactaeon identifiziert wurde. Beim Verlassen des Gebietes wurde einer der GEO-Tags-Organisatoren noch von aufmerksamen Passanten, die auf dem Weg zum Klostermarkt waren, auf eine Äskulapnatter (Zamenis longissimus) hingewiesen, die am Salzachufer unter einem Baum lag und ca 1,60 m lang war. So fand auch dieser Fund Eingang in die Artenliste.