Deutscher Sandlaufkäfer, „Biotopacker“ Ering-Eglsee 22.06.2010 Foto: Sage

Der Deutsche Sandlaufkäfer (Cylindera germanica)

In Bayern kam der Deutsche Sandlaufkäfer nur noch an wenigen Stellen, besonders im Nordosten sowie an Isar und Donau vor. Bereits durch den Ausnahmesommer im Jahr 2003 zeigte die Art an einigen Stellen deutliche Zunahmen an Individuenzahlen und Nachweisorten, diese waren jedoch nicht von Dauer. Umso erstaunlicher war der Nachweis auf dem sogenannten „Biotop-Acker“ bei Ering-Eglsee während des Geo-Tages im Juni 2010. Seither kann er hier jedes Jahr zwischen Mai und September in unterschiedlicher Häufigkeit beobachtet werden. Mit einer Größe von nur 8-12 Millimeter ist er eher unscheinbar und erinnert an eine große Ameise, wenn er hektisch über den Boden huscht. Da der Deutsche Sandlaufkäfer noch zwischen 1950 und 1980 am Unteren Inn nachgewiesen wurde (ASK, Bayern), dürfte sich das heutige Vorkommen aus einem reliktären Restbestand entwickelt haben. Dafür spricht auch, dass der Aktionsradius des Käfers nach aktuellem Kenntnisstand als sehr gering angesehen wird. Die Art bewohnt vorzugsweise lehmige Trockenrasen mit niedriger und lückiger Vegetation wie sie im „Biotop-Acker“ zurzeit noch reichlich vorhanden sind. Hier kann der flinke Käfer mit hohem Tempo nach Insekten, besonders die hier zahlreich vorkommenden Ameisen, jagen. Wächst das Habitat stärker zu, ist der Käfer gezwungen nach neuem Lebensraum zu suchen, da er so nicht mehr ungehindert jagen kann. Wird die Fläche jedoch offener, beansprucht sofort der in enger Nachbarschaft lebende Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida) die Fläche. Gegen diesen Konkurrenten, der wohl auch seinen kleinen Verwandten nur als Nahrung sieht, hat er keine Chance. Im lückig  bewachsenen „germanica-Habitat“ hingegen wirkt der Dünen-Sandlaufkäfer, der sich gerne auch fliegend fortbewegt und dabei ständig gegen die Pflanzenhalme stößt, sehr unbeholfen.
Die Existenz des „Deutschen-Sandlaufkäfer-Habitat“ ist im Verlauf der Sukzession nur von sehr kurzer Dauer. Nur wenn die benötigten Strukturen immer wieder neu entstehen, wird dieser Sandlaufkäfer auf Dauer hier ein Auskommen haben. Er ist somit ein Paradebeispiel für eine hochgradig gefährdete Tierart unserer Kulturlandschaft, die ohne unser Zutun wohl nicht mehr überleben kann.