Die Feldgrille (Gryllus campestris)

Feldgrillen-Männchen beim Zirpen vor seiner Wohnröhre (Foto: Sage)

Zunehmender Verlust des Lebensraumes zumeist durch intensive Landwirtschaft führt dazu, dass die Grillengesänge zunehmend verstummen. In manchen Gebieten ist die zu den Heuschrecken gehörende Art bereits ausgestorben. Auch deshalb wurde Sie im Jahr 2003 in Deutschland zum Insekt des Jahres gekürt. Die Feldgrille liebt warme, sonnige und trockene Hänge, Wiesen, Kiesgruben und Heiden sowie lichte Kiefernwälder. Die Tiere graben 10 bis 30 cm tiefe und zirka 2 cm breite Röhren in die Erde. Die Feldgrille ist von Nordafrika über Mittel- und Südeuropa bis zum Kaukasus zu finden. In Süddeutschland ist sie noch etwas häufiger als in Norddeutschland. So ist sie in der Roten Liste in Bayern auf der Vorwarnstufe, während sie für Gesamt-Deutschland schon als gefährdet eingestuft wurde. Die im Schnitt etwas kleineren Weibchen unterscheiden sich von den Männchen durch ihre Legeröhre und die etwas andere Flügelform. Die Feldgrille verfügt über eine hoch entwickelte akustische Kommunikation, die sich auf differenzierte Laut- und Gehörorgane stützt. Nur die geschlechtsreifen Männchen sind zu Lautäußerungen befähigt, die als Gesang, Zirpen oder Stridulation bezeichnet werden. Zur Paarung wandert ein Weibchen aus einer Entfernung von bis zu 10 m auf ein singendes Männchen zu. Etwa drei bis vier Tage nach der Begattung beginnt das Weibchen mit der Eiablage. Mit Hilfe seiner Legeröhre vergräbt es die Eier einzeln in der Erde. Im Lauf des Lebens legt eine weibliche Grille so einige Hundert Eier ab. Zwei bis drei Wochen nach der Eiablage schlüpfen die Larven. Sie bleiben noch einige Zeit beisammen, zunächst oberirdisch unter Steinen, in Erdröhren oder in anderen Verstecken. Sie häuten sich mehrmals, bis sie sich im Herbst trennen und nach einer geeigneten Stelle zur Überwinterung suchen. Jetzt begegnet man den fast erwachsenen Grillen häufiger wenn sie sich zum Beispiel in Gebäude verirren. Im April des folgenden Jahres, wenn der Boden wieder wärmer wird, häuten sich die Larven zum zehnten oder elften Mal zum fertigen Insekt und beginnen schon bald mit ihrem Gesang.