Die Feuerlibelle (Crocothemis erythraea)

Männliche Feuerlibelle an ihrer Sitzwarte (Inndamm, Juli 2017 Foto: Sage)

Die Feuerlibelle ist eine ursprünglich vor allem afrikanisch und mediterran verbreitete Libellenart die den Großlibellen zugehört ist. In den 1990er-Jahren hat sich die Art nach Süddeutschland ausgebreitet, wo sie mittlerweile nicht selten zu beobachten ist. Die Feuerlibelle erweitert ihr Areal in Mitteleuropa derzeit kontinuierlich weiter und dürfte mittlerweile in fast ganz Deutschland zu finden sein. Hier wurde sie 2011 zur Libelle des Jahres gekürt. Zudem fliegt die ausgesprochene Wanderlibelle in warmen Sommern weiterhin zahlreich aus dem Mittelmeerraum nach Zentraleuropa ein. Die Ausdehnung ihres Areals nach Norden wird mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht. Die Flugzeit reicht in unserer Region von Ende Juni bis Mitte/Ende August, in Südeuropa bei mindestens zwei Generationen vom Mai bis in den Oktober hinein.

Am ehesten trifft man die Art bei uns entlang des Inns, wo sie häufig entlang der Dammkrone jagt oder an ihrer Sitzwarte, am Boden oder in der bodennahen Vegetation, an. Ihr ähnlich sind die hier ebenfalls recht häufigen Heidelibellen in verschiedenen Arten, von denen jedoch keine diese intensive signalrote Färbung bei den Männchen erreicht. Auch haben diese keinen so stark abgeplatteten Hinterleib. Die Weibchen sind wie bei den meisten Libellenarten unscheinbar gefärbt und daher schwieriger zu bestimmen. Wie alle Libellen lebt auch diese Art räuberisch und jagt insbesondere kleine Insekten.  Die Paarung wird in wenigen Sekunden im Flug vollzogen. Die Weibchen tauchen die Eier gleich anschließend im Flug mit der Spitze des Hinterleibes ins Wasser, wobei die Eier gerne an Wasserpflanzen oder Algenwatten abgestreift werden. Auch die Larven der Feuerlibelle leben räuberisch am Grund von Gewässern oder an Wasserpflanzen wo sie nach Wasserinsekten, deren Larven, Kaulquappen und kleinen Fischen jagen. Sie benötigen für ihre Entwicklung in Mitteleuropa in der Regel ein Jahr, können in warmen Sommern diese aber auch schon schneller abschließen und so eine zweite Generation ausbilden. Übrigens, Libellen sind trotz volkstümlicher Namen wie „Augenbohrer“, oder „Teufelsnadel“ total harmlos und haben weder Gift, noch einen Stachel der dem Menschen gefährlich werden könnte.