Kleine Frostspanner, vom Licht angelockt, sitzen sie oft tagelang an Hausmauern (Foto: Sage)

Der Kleine Frostspanner (Operophtera brumata)

Während sich nun allmählich die Insekten in ihren jeweiligen Überwinterungsstadien zurückziehen und für viele Arten die ersten Fröste das Ende bedeutet, beginnen einige erst jetzt mit ihrem Dasein. Zu ihnen gehören die sogenannten Frostspanner, die, wie ihre Namen bereits sagen, meist erst nach den ersten Frostnächten ihr Puppenstadium verlassen, um in die kalte Nacht zu flattern. Der Große- und der Kleine Frostspanner (Erannis defoliaria und Operophtera brumata) sind die bekanntesten. Häufig sieht man die nachtaktiven Männchen jetzt an Lichtquellen sitzen, während ihre flügellosen Weibchen versuchen sie mit Pheromonen anzulocken. Nach der Paarung beginnen die Weibchen zu Fuß nach geeigneten Stellen für die Eiablage zu suchen. Dabei klettern sie an warmen Tagen an Baumstämmen empor, um ihre blassgelben Eier in die Knospen verschiedener Laubbäume zu legen. Mitte April des nächsten Jahres schlüpfen daraus die Raupen. Diese zerstören die Fruchtknospen und die Blätter von April bis Juni, weshalb sie, auch wegen ihrer Häufigkeit, zu den Forstschädlingen gehören. An Obstbäumen können die Kleinen Frostspanner starke Schäden verursachen. Da die weiblichen Exemplare der Frostspanner nicht fliegen können, können diese relativ naturverträglich mit Leimringen am Stamm abgefangen werden. Diese Leimringe, an denen auch die Eier kleben, müssen jedoch rechtzeitig vorm Schlupf der Raupen entfernt werden. Die Raupen des Kleinen Frostspanners können sich zudem auch durch die Luft verbreiten. Ähnlich wie junge Spinnen lassen sie sich dann, an einem feinen Spinnfaden hängend, vom Wind verfrachten. Beide Frostspanner sind in Nord- und Mitteleuropa zu Hause; im Süden reicht ihr Verbreitungsgebiet bis Norditalien, im Osten von Kaukasien bis zum Baltikum. Die Falter sind bei uns häufig, man findet sie in Laubwäldern, Obstgärten, Parks und Gebüschlandschaften.