Die Gemeine Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus)

Ansammlung von Larven der Feuerwanze an einer alten Linde. Insgesamt fünf Larvenstadien müssen bis zur fertigen Wanze durchlebt werden. (Foto: Sage)

Die durch ihre Färbung und Geselligkeit sehr auffallende Wanze wird im Volksmund meist als Schuster- oder Feuerkäfer bezeichnet, also irrtümlich für einen Käfer gehalten. Die Art ist durch ihre markante Färbung und Zeichnung fast unverwechselbar. Der Kopf und die Fühler sind schwarz gefärbt. Der Halsschild ist am Rand rot, in der Mitte trägt er einen annähernd rechteckigen, schwarzen Fleck, der oft in einen größeren vorderen und zwei kleinere hintere Teilflecke aufgelöst ist.

Nur etwa 5 Prozent der mit etwa 12 Millimeter erwachsenen Tiere sind voll geflügelt, bei ihnen sind Vorder- und Hinterflügel vorhanden und erreichen die Spitze des Hinterleibs. Obwohl die Flügel also normal ausgebildet sind, sind die Tiere aber nicht flugfähig. Diese Langflügeligen Tiere werden gelegentlich mit Ritterwanzen (Lygaeus equestris) verwechselt. Die Gemeine Feuerwanze ist in großen Teilen Europas und Asiens verbreitet und hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark nach Norden hin ausgebreitet. Lediglich im Norden der britischen Inseln und Skandinaviens fehlt sie bis heute noch. Die Gemeine Feuerwanze kommt häufig in großen Ansammlungen mit unterschiedlichen Entwicklungsstadien vor. So kann man häufig Hunderte von Tieren am Stammfuß besonders von Linden finden. Diese Aggregationen werden durch artspezifische Duftstoffe  zusammengehalten.  Hier saugen die Pflanzenfresser bei uns hauptsächlich an den herabgefallenen Samen der Linden, ihre wichtigste Nahrungsquelle der Art in Europa. In weiten Teilen des Verbreitungsgebiets stellen aber auch Malvengewächse ihre Hauptnahrung dar. Für die Nahrungsaufnahme bohren sie mit ihrem Stechrüssel ein Loch in die Schale der abgefallenen Samen oder Früchte, injizieren ein zersetzendes Sekret und saugen den nährstoffhaltigen Saft ein. Unter gärtnerischen Gesichtspunkten gelten Feuerwanzen als unschädlich, werden aber wegen ihres massenhaften Auftretens und mangels besseren Wissens manchmal als sogenannte Lästlinge verfolgt.