Großer Heufalter im „Bucher Moor“ (Juni 2014, Foto: Sage)

Das Große Wiesenvögelchen (Coenonympha tullia)

Die auch als Großer Heufalter bekannte Art erreicht eine Flügelspannweite von 30 bis 40 mm. Die Farbe der variablen Flügeloberseiten reicht von blass gelblich über ockergelb bis bräunlich. Meist ist auf der Vorderflügelunterseite nahe der Spitze ein kleiner, hell gerandeter Augenfleck ausgebildet. Zum Vorderrand hin befinden sich zuweilen weitere kleinere Augenflecken. Auf der dunkler gefärbten Hinterflügelunterseite sind ebenso meist mehrere weiß oder hell gerandete schwarze Augenflecken mit silbernem Punkt zu sehen, die aber auch fehlen können. Unverkennbares Merkmal für die Art ist dort eine weiße unregelmäßige und unterbrochene Binde, die bereits am Vorderrand der Hinterflügel beginnt.
Am ehesten könnte man das Große Wiesenvögelchen in der Region noch mit dem etwas kleineren aber noch recht häufigen Kleinen Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus) verwechseln. Das Große Wiesenvögelchen  ist in Mitteleuropa noch weit aber bereits recht Lückenhaft verbreitet. Durch den Schwund der Hoch- und Niedermoore ist es in Mitteleuropa stark zurückgedrängt worden. Die noch vorhandenen Populationen erlitten auch in Deutschland in den letzten Jahrzehnten dramatische Bestandseinbrüche. In der Region gab es bis etwa 1980 noch kleine Bestände in Hitzenau, dem Schellenberggebiet sowie dem Aichbachtal. Seither gilt die Art hier als verschollen. Ein kleines Restvorkommen gibt es heute noch im „Bucher Moor“ im Nachbarlandkreis Altötting. Die Falter fliegen in Europa je nach Region jährlich in einer Generation von Mai oder Juni bis August. Nahrungspflanzen der Raupen sind Wollgräser, sowie verschiedene Sauergräser wie Seggen und Schnabelried. Saugende Falter wurden an Besenheide, Glockenheide, Moosbeere, Blutweiderich, Heilziest und Hornklee beobachtet. Wichtig für den Erhalt der Art sind die über den allgemeinen Moorschutz und den Bemühungen der Wiedervernässung, Renaturierung und Regeneration hinaus, die konsequente Berücksichtigung und Einrichtung naturnaher Randbereiche der Moore aus Feucht- und Nasswiesen. In Deutschland gilt der Schmetterling als stark gefährdet und ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt.