Maikäfer
(Foto: Karl Gerhard)

Der Feldmaikäfer (Melolontha melolontha),

 

Maikäfer flieg, diesesbekannte, deutschsprachige Volks- und Kinderlied fällt einen spontan ein, wenn man ein Maikäferbild betrachtet.  Nur leider fliegt er in immer geringeren Stückzahlen, ist vielerorts bereits zur Rarität geworden oder sogar ganz verschwunden. Der Maikäfer oder besser Feldmaikäfer, denn um diese Art handelt es sich, wenn man bei uns von Maikäfern spricht, war noch vor etwa 30-40 Jahren durch seine Massenvorkommen in den sogenannten Maikäferjahren ein bedeutsamer Schädling in der Land- und Forstwirtschaft. Diese Maikäferjahre folgten bei uns einem vierjährlichen Zyklus. So folgte auf drei Jahre mit niedrigem bis mittleren Aufkommen ein Jahr mit deutlich mehr Käfern. Wenn sich der fertige Käfer (im Bild ein Männchen) bei uns im April aus dem Boden gräbt hat er bereits seine vierjährige Entwicklung hinter sich. Nun schwärmt er in der Dämmerung um nach einem Weibchen „Ausschau“ zu halten.  Dabei kann das Männchen mit etwa 50 000 Geruchsnerven auf den sieben Fühlerblättchen über größere Entfernungen das Weibchen riechen. Bereits kurz nach der Paarung stirbt das Männchen während sich das Weibchen nach Reifung der Eier etwa 20cm in den Boden eingräbt um hier ihre etwa 50, 2-3 mm langen, Eier abzulegen. Nach einigen Wochen schlüpfen daraus die Larven, die wir als Engerlinge kennen. Diese ernähren sich von den Wurzeln verschiedener Pflanzenarten, gerne zum Beispiel an denen des Löwenzahns. Im letzten Larvenstadium kann der Fraßschaden groß sein, bis sich der Engerling im dritten Jahr schließlich verpuppt. Bereits im Herbst schlüpfen daraus die fertigen Käfer und warten bis sich die Bodentemperatur im Frühjahr entsprechend erwärmt. Vor einigen Jahren konnten so im Landkreis wegen des ungewöhnlich milden Dezembers bereits um Weihnachten einige Maikäfer beobachtet werden. Die massive Bekämpfung der Maikäfer ab den 1950er Jahren (damals noch mit DDT) führte zum Zusammenbruch der Bestände, während heute die Art der intensiven, „wiesenarmen“ Bewirtschaftung es für den Käfer schwierig macht sich zu erholen. Obwohl Land- und Forstwirtschaft dem Maikäfer wohl keine Träne nachweinen wird, geht mit seinem Verschwinden doch ein Stück Kindheit und Geschichte verloren, die aber in Liedern, Gedichten, Kinder-  und sogar Kochbüchern der Nachwelt unvergessen bleiben.

 

Text: Walter Sage