Moschusbock Pärchen 09.07.2015, Alzaue (Foto: Sage)

Der Moschusbock (Aromia moschata),

Dieser nach Moschus „duftende“ Bockkäfer ist der einzige Vertreter der Gattung Aromia in Europa. Aus Hinterbrustdrüsen kann er ein Sekret absondern, welches früher zum Parfümieren von Pfeifentabak verwendet wurde. Mit einer Größe von bis zu 40 Millimetern, den langen Fühlern und seinem metallisch glänzenden Körper gehört er wohl zu den schönsten Käfern unserer Fauna. Manche Moschusböcke schimmern kupfern oder bronzefarben, andere sind blauviolett oder grünlich. Bei den männlichen Tieren sind die Fühler länger, bei den weiblichen Tieren etwas kürzer als der Körper oder körperlang. Die ausgewachsenen Moschusböcke ernähren sich von Pollen und ausfließenden Baumsäften. Daher sind die Tiere unter anderem in Wäldern, insbesondere in den totholzreichen Innauen  aber auch in Gärten oder Parks, gerne zum Beispiel an den Blüten des Schwarzen Holunders, anzutreffen. Die Käfer leben nur wenige Wochen im Sommer. Bei uns kann man den Käfern nicht allzu häufig von Juni bis August begegnen.  Die Larven des Moschusbocks benötigen für ihre Entwicklung zum ausgewachsenen Käfer zwei bis drei Jahre. In dieser Zeit ernähren sie sich bevorzugt vom Holz von Weiden, aber auch Pappeln oder Erlen werden befallen. Besonders häufig erfolgt die Eiablage auf älteren, bereits anbrüchigen Bäumen. Die Veränderungen in der Bewirtschaftung unserer Auen haben zu einem merklichen Rückgang des Bestandes geführt. Dem Moschusbock wird daher gemäß der Bundesartenschutzverordnung besonderer Schützt eingeräumt. Hilfreich wäre auch, wenn auf den sofortigen Einschlag von kränkelnden Bäumen – beispielsweise Pappeln – verzichtet wird und Wälder nicht allzu reinlich vom Totholz befreit werden. Vor einigen Jahren wurde eine nah Verwandte Art, der Asiatische Moschusbock (Aromia bungii), in die Gegend um Rosenheim eingeschleppt. Dieser gefährliche Baumschädling ist jedoch durch sein rotes Halsschild gut von der heimischen Art zu unterscheiden.