Das Rote Ordensband (Catocala nupta)

Bei Gefahr zeigt das Rote Ordensband blitzschnell ihre roten Hinterflügel und schreckt so Angreifer ab (August 2012, Hauswand bei Marktl, Foto: Sage)

Das Rote Ordensband ist eines von fünf in der Region vorkommenden Ordensbändern, von denen drei weitere, eine ähnliche, rote Hinterflügelzeichnung aufweisen. Das Rote Ordensband hat grau-braune Vorderflügel, mit denen es an Baumrinde perfekt getarnt ist. Bei Gefahr zeigen die Tiere blitzschnell ihre roten Hinterflügel (Foto) und schrecken so mögliche Angreifer ab. Mit einer Flügelspannweite von bis zu acht Zentimeter gehört es zu den größeren Nachtfalterarten in unserer Region. Die Schmetterlinge sind nachtaktiv und fliegen von Mitte Juli bis Anfang Oktober. Die Raupen des Roten Ordensbandes ernähren sich von Weiden- und Pappelblättern. Man findet das Rote Ordensband an Gewässerufern mit Weiden- und Pappelgebüschen, aber auch in Auen- und Bruchwäldern, sowie in Alleen und Parkanlagen. Allgemein lebt die Art an nicht allzu trockenen Stellen in den gemäßigten und warmen Zonen Europas. Noch gehört dieser Falter zu den häufigsten europäischen Ordensbändern, auch wenn die Bestände in den letzten Jahrzehnten regional stark zurückgegangen sind. So fiel 2015 die Entscheidung zur Wahl des "Schmetterling des Jahres" auf das Rote Ordensband. „Das Insekt aus der Familie der Eulenfalter verschwinde in vielen Gegenden Deutschlands“, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in seiner Begründung mit, und seine Einstufung auf der Roten Liste als gefährdet sei nur noch eine Frage der Zeit. Die Art leidet unter dem Rückgang von Auenwäldern sowie feuchten Laub- und Mischwäldern mit hohem Weiden- und Pappelbestand. Im Landkreis ist das Rote Ordensband noch das häufigste in seiner Gattung, wird jedoch nur selten beobachtet. Die Falter trinken mittels ihres Saugrüssels gelegentlich Baumsäfte und können, wie alle Ordensbandarten, leicht mit speziellen Ködern angelockt werden.