Wolfsmilchschwärmer am Inndamm nahe der Salzachmündung
Raupe des Wolfsmilchschwärmer am Inndamm nahe der Salzachmündung

Wolfsmilchschwärmer (Hyles euphorbiae)

Wolfsmilchschwärmer haben eine Flügelspannweite von etwa acht Zentimetern und gehören damit zu den größeren Nachtfaltern. Sie fliegen von Ende Mai bis Juli. Die Vorderflügel der  Schmetterlinge sind hellbraun mit dunkleren Bereichen. Mit den auffällig rot, schwarz und weiß gefärbten Hinterflügeln schrecken sie Fressfeinde ab. In den 1960er Jahren kam der Wolfsmilchschwärmer auch in unserer Gegend noch häufiger vor. Mittlerweile ist er bei uns sehr selten geworden. Ursache dafür ist der zunehmende Verlust nährstoffarmer, trockener und warmer Standorte, auf denen die Zypressen-Wolfsmilch, Nahrungspflanze der Wolfsmilchschwärmer-Raupen, in größeren Mengen wächst.  Besonders entlang der Dämme im Inn- Salzachgebiet konnten in jüngster Zeit die Raupen aber wieder etwas häufiger gefunden werden. Überhaupt wird man die auffällig gefärbte Raupe bei uns eher beobachten können als den dämmerungs- und nachtaktiven Falter. Mit der leuchtend bunten Färbung weisen ältere Raupen ihre Fressfeinde auf den giftigen Darminhalt hin und schützen sich so, während sie selbst immun gegen das Gift der Wolfsmichgewächse sind. Ihr rotes Horn am Hinterleib mit seiner schwarzen Spitze ähnelt zudem einem Stachel. Das Verbreitungsgebiet des Wolfsmilchschwärmers erstreckt sich von Nordafrika über weite Teile Europas und Asiens bis nach China. Der Wolfsmilchschwärmer gilt entsprechend der Roten Liste in ganz Deutschland als gefährdet. Ursachen dafür sind vor allem der Nährstoffeintrag aus Landwirtschaft, Industrie und Verkehr sowie Nutzungsaufgabe und die Verbuschung und damit Vernichtung seines Lebensraumes.  Zudem leidet die Art besonders an der übertriebenen Mulchmahd entlang der Straßenränder über das notwendige Maß hinaus. 2014 war der Wolfsmilchschwärmer Schmetterling des Jahres.

Text und Fotos: Walter Sage