Raupe des Apfelwicklers, der „Apfelwurm“
Imago des Apfelwicklers mit den typischen kupfermetallischen Augenflecken

Apfelwickler

Pfui, der Apfel  ist wurmig!

Jetzt ist wieder die Zeit, wo wir die Früchte unserer heimischen Apfelbäume ernten können. Aber oft genug verleidet uns ein darin lebender unliebsamer Bewohner den Genuss, vor allem, wenn wir den Bäumen nicht mit der Giftspritze zu Leibe gerückt sind. Es ist der sogenannte „Apfelwurm“, der allerdings kein Wurm ist, sondern die Larve eines hübschen kleinen Schmetterlings, des Apfelwicklers. Die Familie der Wickler, wissenschaftlich Tortricidae,  ist neben den Zünslern (Pyralidae) die größte Gruppe der sog. Kleinschmetterlinge. Sie umfasst in Bayern etwa 470 Arten. Die teilweise recht bunt gezeichneten Falter bestechen häufig durch metallisch glänzende Schuppen wie auch unser Apfelwickler. Die Raupen der meisten Arten dieser Familie rollen sich in den Blättern ihrer Futterpflanzen ein, daher haben sie den Populärnamen „Wickler“. Andere wiederum leben in Knospen oder in verschiedenen Früchten wie Pflaumen, Nüssen, Eicheln und anderen. Unser Apfelwickler hat sich halt den Apfel als sein Nahrungsdepot ausgesucht. Aber auch Birne, Quitte, Kirsche, Pfirsich, Walnuss, Edelkastanie und Feige können befallen sein, wo sich die Raupe vom Fruchtfleisch und den Kernen ernährt. Die Falter des Apfelwicklers fliegen in 2 Generationen von Mai bis September/Oktober. Die Eier werden auf glatten Flächen  oder direkt auf den Früchten abgelegt, in die  sich die Räupchen nach dem Schlüpfen einbohren. Zur Bekämpfung eines zu starken Befalls dienen Leimringe, an denen sich die Schädlinge verfangen. Eine chemische Bekämpfung sollte vermieden werden, zumal sie nur in einem sehr kurzen Zeitraum vom Schlüpfen der Larve bis zum Einbohren in die Frucht wirksam wäre.

Text und Bilder: Karl Gebhard