An Schilf ruhende Große Eintagsfliege (Foto: Sage)

Die Große Eintagsfliege (Ephemera danica)  

Haarscharf zischt eine Fliege am Spinnennetz vorbei. „Warte nur, morgen erwische ich dich“, höhnt die Spinne. „Denkste!“ grinst die Fliege. „ich bin eine Eintagsfliege“.

Witze über Eintagsfliegen kennt fast jeder aber wer kennt schon die Eintagsfliege?

Mit einer Körperlänge inklusive der Schwanzfäden bis etwa 60 Millimetern gehört die Große Eintagsfliege oder auch Maifliege genannt zu den größten und häufigsten Vertretern der etwa 100 Arten Mitteleuropas. Das Insekt ist schlank und langgestreckt und besitzt einen dunklen, kleinen, querovalen Kopf und eine schwärzliche Brust. Der lange Hinterleib ist auf den Gliedern durch dunkle Striche gezeichnet. Die Tiere kennzeichnen als Larve wie auch als Vollinsekt drei Schwanzfäden. Im Gegensatz zur ähnlichen, etwas kleineren und bei uns ebenfalls häufigen Gemeinen Eintagsfliege (Ephemera vulgata) hat sie nur auf den hinteren Hinterleibssegmenten eine kräftige, braune Zeichnung. Die große Eintagsfliege ist im Gebiet an feuchten Biotopen in Wassernähe von Mai bis August manchmal auch sehr häufig anzutreffen. Die Männchen fliegen nachmittags und abends im Gegensatz zur Gemeinen Eintagsfliege nicht in Männchenschwärmen sondern einzeln im rhythmischen Hochzeitsflug über feuchte Wiesen und über Baumkronen auf und ab. Im Juni kann man sie manchmal nachts zu Tausenden beobachten, wenn sie Lampen in der Nähe von Flussufern umflattern. Eintagsfliegen sterben nach der Eiablage an der Wasseroberfläche. Sie nehmen keine Nahrung auf und leben im Schnitt etwa die namensgebenden 24 Stunden. Die Larven hingegen leben bis zu 2 Jahre am Gewässergrund in sandigen Bächen mit schwacher Schlammablagerung und ernähren sich von abgestorbener organischer Substanz, vor allem pflanzlicher Herkunft. Zur Umwandlung steigen sie dann als geflügeltes Zwischenstadium aus dem Wasser auf. Aus der Larve schlüpft das Vorstadium zum erwachsenen Insekt. Anschließend findet eine weitere Häutung außerhalb des Gewässers zur fertigen Eintagsfliege statt bevor sie zum Paarungsflug abhebt. Eintagsfliegen und ihre Larven stellen eine wichtige Nahrungsgrundlage zahlreicher Fisch-, Vogel- und Fledermausarten dar.

Text und Foto: W. Sage