Der Prachtwickler – eine unbeachtete Schönheit 

Er ist nicht gerade selten, und doch werden diesen tagaktiven Falter nur sehr wenige gesehen haben, obwohl  er  mit dachförmig gefalteten Flügeln gerne bei Sonnenschein von Mai bis August frei auf den Blättern von Sträuchern oder niederen Pflanzen ruht. Seine Flügelspannweite beträgt nämlich nur 14 – 18 mm. Es ist der Prachtwickler (Olethreutes arcuella, Clerck 1759). Mit seiner leuchtend orange-rötlichen Grundfarbe, den metallisch glänzenden, silbergrauen Streifen und Punkten und den weißen oder gelblichen Flecken ist er unverwechselbar. Er hat zwar einen Doppelgänger (O. subtilana, Falk. 1959), dessen Vorkommen bei uns aber noch nicht überall gesichert ist.

Wie sein Name schon sagt, gehört dieser Kleinschmetterling zur Familie der Wickler, so genannt, weil sich ihre Raupen meist in den Blättern ihrer Futterpflanze einrollen, einwickeln. In Mitteleuropa kennen wir nahezu 500 Arten.

Die Raupen unseres Prachtwicklers ernähren sich vom Spätsommer an von welken Blättern und verrottendem Laub, überwintern in der Laubspreu, verpuppen sich im Frühjahr in einem Kokon aus Pflanzenresten, bis sie ab Mai ausfliegen, wo wir sie dann auf Waldlichtungen, verbuschten Trocken- und Magerrasen und ähnlichen Biotopen wieder beobachten können.

Text und Foto: Gerhard Karl

Prachtwickler