PFOA-Problem im Landkreis Altötting

Inhalt dieser Seite:

* PFOA, ein perfluoriertes Tensid, die Perfluoroktansäure, war bis etwa 2000 eine eher für wenig problematisch eingeschätzte Chemikalie, die etwa für die Herstellung von Fluor-Kunststoffen eingesetzt wurde.

* Alternativer Nobelpreis 2017 u.a. für Robert Bilott (ein leider nur englischer, recht langer Artikel über Rob Bilott aus der New York Times), der für mehr als 3000 Kläger wegen der PFOA-Verseuchung des Trinkwassers und der dadurch erzeugten Gefährdungen von 3M mehr als 500 Millionen Euro erstritt.

* In einer "Kurzen Geschichte von PFOA" haben wir (erste Daten von Dr. Holger Lundt) einige vergangene Stationen zusammengestellt.

* Neue Stellungnahme (2015) durch den BUND "Praktisch, langlebig und giftig -Organische Fluorverbindungen in Alltagsprodukten, in der Umwelt, im menschlichen Körper: Bewertung und Konsequenzen für Politik und VerbraucherInnen"

* Trinkwasseruntersuchungen durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), allgemein und speziell für den LK-AÖ

* Blutwerte von 2009 und 2015 (auch vom Ersatzprodukt ADONA), ein allgemeinerer LfU-Artikel mit vielen Links

* Seit vielleicht 2015 werden auch Kontaminationen des Bodens als problematisch angesehen, zumindest was die Kosten für die eventuell notwendige Entsorgung hochbelasteter Oberbodenschichten betrifft. Dazu hiereinige Details.

Stellungnahme des BN zum Umgang mit der PFOA-Verschmutzung an manchen Brunnen

Diskussion der Erkenntnisse aus den Modellrechnungen
(Stand September 2016)

Im Oktober 2016 wurden Ergebnisse eines Flussmodells für PFOA im Zeitraum von 50 Jahren (2015 - 2065) berechnet und bekannt gegeben. Danach werden die Belastungen einiger Trinkwasserbrunnen bis etwa 2030 aufs Doppelte von heute ansteigen und erst ab 2050 wieder abfallen. Gleichzeitig wurde der Leitwert für PFOA im Trinkwasser von 0,3 ug/l auf 0,1 ug/l erniedrigt. Wir halten den berechneten Zeitraum für zu kurz, die Rechnungen sollten soweit ausgedehnt werden, bis an allen derzeit verwendeten Brunnen die Konzentrationen auf mindestens die Hälfte des heutigen Leitwertes von 0,1 ug/l erreicht sind.

Damit wird künftig als einzige Lösung für PFOA-freies Trinkwasser die schon an einigen Brunnen eingesetzte Reinigung mit Aktivkohle bleiben, wie sie etwa entlang der Möhne und Ruhr (siehe oben unter Punkt 5.5) und im LK AÖ bei besonders belastenden Brunnen seit einigen Jahren verwendet werden. Ein Ausweichen auf Wasser aus mehr Tiefbrunnen ist nicht verantwortbar. Derzeit ist nicht klar, wie weit und bis wann die Fa. Infraserv die Verantwortung für die PFOA-Verschmutzungen übernimmt.

Leserbrief des BN-Vorsitzenden Gerhard Merches vom 24. 10. 2016

Forderungen und Aktivitäten des Bund für Naturschutz

* Als lokales Problem, das Trinkwasser, Alz und Fische belastet, verfolgen wir die verschiedenen Programme (Umweltmonitoring, Ursachenforschung, Emissionsreduzierung, Ersatzstoffsuche) aufmerksam und im Gespräch mit den Verantwortlichen. Über die Reduzierung der Emissionen, Erkenntnisse aus den Untersuchungen und über den Ausstieg aus der PFOA-Nutzung haben wir berichtet. Am 24. 1. 2007 fand ein erstes Gespräch bei Dyneon statt, ebenfalls 2008 und 2009. Die lokale Quelle für PFOA (Fa. Dyneon) wurde Ende 2008 geschlossen.

* Eine ernsthafte Bewertung der Risiken durch PFOA ist nötig und längst überfällig. Hier hat sich nach unserem Wissen in der Zwischenzeit nichts getan.

* Als globales Problem (China) fordern wir internationale Organisationen (Industrie, Greenpeace, Politik, ...) auf, dort aufklärend aktiv zu werden.

* Forderungen der Kreisgruppe Altötting des BUND-Naturschutz (November 2017).