Waldumbau und Biodiversität im Privatwald

Forstrevierleiter Klaus Hell hat für den BUND Naturschutz diese informative Exkursion geleitet. Es kamen 14 Teilnehmer, überwiegend Waldbesitzer. Wir fuhren mit wenigen Fahrzeugen von Feichten in Richtung Oberweihdach und gingen von dort durch den Feichtener Forst wieder zurück zum Parkplatz an der Feichtener Kirche. Unterwegs besichtigten wir diverse Flächen, die privat bewirtschaftet werden. Ca. 90 % des Feichtener Forstes wird privat bewirtschaftet, oft nur wenige Hektar-große Flächen. Aber gerade diese Kleinflächenbewirtschaftung ist hier ein Vorteil.

Auf dem Hinweg hat Klaus Hell uns aufgefordert, vom Auto aus den Forst genau anzuschauen. Der Wald wirkte so, als gäbe es hier nur Fichtenmonokultur. Aber der Schein trügt. Mit Wiebke waren die meisten Besitzer mit schweren Schäden durch Windwurf und später mit immer höheren Verlusten durch den Käfer konfrontiert. Das führte zu recht unterschiedlichen Ansätzen in der Bewältigung. Vorbildhaft führt Herr Lechner seinen Wald. Gleich nach Wiebke setzte er in eine Windwurffläche Buchen und Eschen, so konnten wir 30-jährige Buchen bestaunen. In einer anderen Fläche hat er Eichen mit Buchen gesetzt. Die Buchen schützen die Eichen während des Aufwuchses und werden später entfernt. Auch Bergahorn kommt zum Einsatz. Eine andere Fläche wurde mit Douglasien bepflanzt, ein neuer Hoffnungsträger, für die Nadelholzgewinnung, die zumindest mit wärmerem Klima gut zurechtkommt. Wieder ein anderer hat einfach gar nichts gemacht und ein wilder uriger Bereich ist entstanden. Ein Wehrmutstropfen ist allerdings, dass dort auch Käferbäume nicht beseitigt werden, was für die Fichten der Nachbarbereiche eine echte Bedrohung ist. Ein anderer hat seine mit Käfer befallenen Fichtenfläche komplett abgeholzt und verschiedene Jungbäume gesetzt. In dieser Fläche wuchsen unglaublich viele verschiedene Pflanzen und Bäume. So hat dieses Mosaik der „Problemlösungsversuche“ dem Feichtener Forst eine ganz neue Biodiversität beschert. Noch gibt es in der Tat viele Fichten, aber der Wandel hat schon lange begonnen und wird unaufhaltsam weitergehen. Klaus Hell berät die Waldbauern und unterstützt sie engagiert auf ihrem Weg. 

Es war ein ausgesprochen informativer Nachmittag – wir haben einen tiefen Einblick in die Probleme der Waldbesitzer bekommen, aber auch einen hoffnungsvollen Ausblick auf eine Zukunft ohne Fichtenmonokulturen.

Wir bedanken uns bei Klaus Hell und Herrn Lechner für diesen informativen, lehrreichen Vormittag!

Käferholz
Zwar gibt es im Privatwald auch noch reine Fichtenbestände - aber ...
… es wird bereits umgedacht und viel experimentiert: Hier eine Eichen-Buchenpflanzung
Nach Wiebke wurden die ersten Buchen gesetzt - mit Erfolg
Auch Douglasien können Fichten gut ersetzen.
Privatwälder sind klein und vielfältig - das nutzt der Natur.
Vom Käfer befallene Fichte - die Fichte hat als Monokultur keine Überlebenschance.
Fraßschäden des Buchdruckers oder Borkenkäfer.
Blick in Fichtenmonokultur - kaum Bodenbewuchs
Blick in Waldfläche die mit Laubbäumen umgebaut wird. Man sieht, wie die Natur profitiert.
Auch einzelne Kahlhiebe, wie hier zu sehen, führen zu unglaublicher Artenvielfalt.