Bienen und Wildbienen

In den letzten Jahren sind die Felder größer geworden und viele Feldraine verschwunden. Raps oder Sonnenblumen bieten unseren Bienen nur während einer kurzen Zeit Nahrung. Wiesen werden heute viel häufiger gemäht, als früher und viele der Pflanzen, die wir noch aus den Blumenwiesen unserer Kindheit kennen, kommen gar nicht mehr zum Blühen und zur Bildung von Samen für die nächste Wiesenblumengeneration. Die Bienen sind aber darauf angewiesen, dass sie kontinuierlich Nahrung finden, um ihre Brut versorgen zu können. Nur wenn die Bienenvölker stark in den Winter gehen können, sind im Frühjahr hinreichend Bienen vorhanden, um unsere Obstbäume befruchten zu können.

 

Hier kommt den Privatgärten und den Balkonbesitzern eine besondere Rolle zu. Sie können durch das Pflanzen von bienenfreundlichen Bäumen, Sträuchern und Stauden dafür sorgen, dass unsere Bienen und Hummeln auch in mageren Zeiten Nahrung finden.

 

Für den Garten eignen sich besonders heimische Sträucher und Bäume:

 

Schlehe, Kornelkirsche, Hasel, Weißdorn, Stachelbeere, Himbeere, Brombeere, Johannisbeere, Wilder Wein, Efeu, ungefüllte Kletterrosen, Mispel, wilde Pflaume, Salweide, Spitzahorn, Bergahorn, Robinie.

 

Speziell für die Bepflanzung von Balkonkästen schlägt Daniela Ehm vom Bienenzuchtverein Altötting e.V. vor:

 

Küchenkräuter wie Thymian, Salbei, Majoran, Ysop, Bohnenkraut, Zitronenmelisse, Schnittlauch. Damit auch etwas Hängendes im Balkonkasten ist, kann man Wicken, Kapuzinerkresse oder Platterbsen pflanzen (Bild 1). Blühpflanzen wie Cosmea, Borretsch, Glockenblume, gelbes Sonnenröschen, Bergaster, Karthäusernelke, Fächerblume, Küchenschelle, wilde Ringelblume, Steinquendel, Löwenmäulchen, Natternkopf, Ziest, Lavendel, Katzenminze (Bild 2), Duftnessel (Bild 3), Färberkamille, Knautienarten und Prachtkerze spenden den Insekten auch reichlich Nektar über einen längeren Zeitraum. Ab dem Herbst kann man Winterheide (Bild 4) in die Kästen setzen. Vermeiden Sie gefüllte Sorten, da die Insekten dort keine Nahrung finden.

 

Auch Wildbienen können Unterstützung brauchen, um geeignete Plätze für ihre Nester zu finden. Viele Arten bauen Ihre Nester in den Boden, wobei sie sandig-lehmigen Boden benötigen. Daniela Ehm schlägt vor, Sand und feinen Kies mit Erde als Substrat für Blumenkästen zu mischen. Zusätzlich kann man markhaltige Stängel z.B. von Himbeere, Holunder oder Brombeere senkrecht in das Sand- Erdgemisch stecken (Bild 5). Dieses bietet zusätzlich Nistmöglichkeiten für Wildbienen an.

 

Sollten sich Wildbienen in Ihrem Balkonkasten ansiedeln, so freuen Sie sich. Sie sind nicht aggressiv und Sie haben etwas getan zum Erhalt der Vielfalt unserer Insektenwelt.

 

Bilder: Daniela Ehm

Bild 1: Wicke
Bild 2: Katzenminze
Bild 3: Duftnessel
Bild 4: Winterheide
Bild 5: Nisthilfen

Bodenbrütende Wildbienen

Der Imkerverein Alt-/Neuötting hat am Lehrbienenstand in Kastl, Klugham 1 einen kleinen Bienenlehrpfad eingerichtet. Dort kann man sich über das Leben der Bienen und den Nutzen für uns informieren.

Der neueste Teil ist eine Hangbefestigung in deren Steinen Pflanzen wachsen, die den Bienen Nektar und Pollen spenden. (siehe oben)

Der darüber liegende Hanganschnitt gibt den bodenbrütenden Bienen die Möglichkeit ihre Nester in den Hang hineinzubauen. 75 % aller Wildbienenarten - darunter viele seltene Arten - sind Bodenbrüter und benötigen solche Hanganschnitte oder lehmig-sandige Böden um darin ihre Nester zu bauen. Derartige Flächen sollten nicht weiter bearbeitet werden, um die Nester nicht zu zerstören, da die Entwicklung vom Ei bis zum Ausfliegen der Wildbiene aus ihrer Zelle bis zu einem Jahr dauern kann.

 

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Wildbienenhabitat
Sandbienennester
Sandbienen im Anflug