Brenne, das ganz besondere Biotop

Samstag, 13.06.2026, 09:30 – ca. 12:00 Uhr
Der Wettergott hatte ein Einsehen mit den 23 Naturinteressierten, die sich auf dem Parkplatz am Garchinger Freibad trafen, um mit Walter Sage zu den verschiedenen Brennen an der Alz zu wandern. Bis zum Vortag war es kalt und sehr regnerisch, umso mehr freuten sich die TeilnehmerInnen über die Sonne und moderate Wärme am Exkursionstag. Walter Sage kennt sich zusätzlich zu Faltern und Käfern auch mit Vogelstimmen, Pflanzen, Libellen und Reptilien aus. Er hat bereits 4 Bücher speziell zu Naturräumen, Tagfalter, Käfer und Reptilien geschrieben und im Eigenverlag drucken lassen. Diese können in der Geschäftsstelle der BN-Kreisgruppe (Bahnhofstr. 48, Altötting), Donnerstags von 14.00 bis 18.00 Uhr erworben werden. Bei Bedarf und Übernahme der Portokosten können sie auch zugeschickt werden.
Brennen sind Kalkmagerrasen im Bereich der mittleren und unteren Alz. Diese Flächen wurden in früheren Zeiten von der mäandernden Alz immer wieder überschwemmt und der dadurch magere Bewuchs über Mahd oder Beweidung genutzt. Dies ist in einigen Bereichen immer noch durch das Vorkommen von Wacholder und Enzianarten belegbar. Definieren lassen sich Brennen als Heidewiesen auf trockenen Aufschotterungen innerhalb ehemaliger Flussschlingen. Flussregulierungen zu Anfang des Jahrhunderts zwangen die Alz in ein festes Flussbett, sodass keine Aufschotterungen oder Aufsandungen mehr stattfanden und die Brennen keiner Überflutung mehr ausgesetzt waren.
Wir durchstreiften mehrere, z.T. im Eigentum der Kreisgruppe befindlichen Brennenflächen und entdeckten etliche Tierchen und besondere Pflanzen die Walter Sage sehr sachkundig vorstellte und geduldig jede Frage beantwortete. Die TeilnehmerInnen umlagerten ihn immer wieder oder machten Fotos, die dann anschließend von Walter Sage zur Identifizierung herangezogen wurden. So konnten die etlichen Bläulingen mehreren Arten zugeordnet werden. Am häufigsten flog der Himmelblaue Bläuling aber auch Hauchechel-Bläuling oder Idas-Bläuling. Der Kleine Eisvogel (auch ein Schmetterling) flog am Alzufer und ließ sich anschließend auf einem Strauch nieder, damit er ausgiebig fotografiert werden konnte. An der Alz flogen auch viele Blaue Prachtlibellen und Blaue Federlibellen.
Unter den Pflanzen prägten z.B. der Gelbe Wau (Gelbe Resede), Königskerzen, Natternkopf und Tausendgüldenkraut die Brennen des BN, während auf den vor langen Jahren vom Landschaftspflegeverband angelegten alzferneren Brennen, Thymian und Haarstrang auffielen.
Einige Schnellkäfer, Prachtkäfer, Stolperkäfer, Trauerkäfer und Bockkäfer konnte Walter Sage ebenfalls zuordnen. Und als er im Gebüsch eine Blindschleiche entdeckte, griff er blitzschnell zu, sodass alle sie genau anschauen konnten. Blindschleichen gehören zu den Echsen und sind nicht blind, sondern haben sehr glänzende Haut, sodass man von „blenden“ sprach und im Laufe der Zeit wurde daraus „Blind“.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Walter Sage, der diesen Brennenspaziergang mit seinem unglaublichen Wissen zu einem spannenden, informativen Ausflug gemacht hat. Und bei den Fotografen: Karin Kirst-Scholz und Harry Wirth für die tollen Bilder und die unkomplizierte Bereitstellung.















