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Waldexkursion im Rahmen der Waldtage

Sonntag, 20.09.2026, 13:00 – ca. 16:00 Uhr 

 

Bei schönstem Herbstwetter fanden sich 26 Interessierte in Aich, Winhöring ein, am Hof von Ulrich Haizinger, stellvertretender Vorsitzender des Ökologischen Jagdverbandes (ÖJV), der Mitveranstalter dieser Exkursion ist. Ca. die Hälfte der Anwesenden sind Waldbesitzer. Zu Beginn umriss Förster Georg Hohmann vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Töging, der als Forstrevierleiter für das Gebiet zuständig ist, welche Möglichkeiten Waldbesitzer haben, um ihren Wald für eine gute Zukunft fit zu machen. Ein zentraler Baustein dabei ist der Waldnaturschutz.

Da die meisten Waldbesitzer nur kleine Waldflächen besitzen, könnte man meinen, dass das Umsetzen eigener Maßnahmen unbedeutend wäre. Aber Herr Hohmann konnte darstellen, dass sich Waldbesitzer in einem Verbund mit den angrenzenden Waldflächen befinden. Je höher die Strukturvielfalt im eigenen Wald ist, desto besser können auch kleine Flächen als Trittsteine für die Arten und den Austausch unter ihnen fungieren. So ist ein wichtiger Beitrag für die Biodiversität und damit für die Zukunftsfähigkeit eines Waldes geleistet. Welche Maßnahmen konkret die Strukturen im Wald erhöhen, wurde im weiteren Verlauf vorgestellt.

Unterwegs hielt die Gruppe an vielen Stellen an, bekam viele Informationen und konnte ausführlich Fragen stellen, die Georg Hohmann und Uli Haizinger bereitwillig und kompetent beantworteten. Uli Haizinger erzählte zu Beginn, dass er auf seinen Flächen nicht nur den Umbau seines Waldes zu mehr Tannen, Lärchen und Laubbäumen vorantreibt, sondern auch mit vielen nicht heimischen, aber womöglich klimastabileren Arten experimentiert. Wobei er aber nur zertifizierte Arten nutzt.

Im Gelände wurde den Teilnehmenden dann sehr anschaulich die verschiedenen förderfähigen Bäume nach dem Vertragsnaturschutzprogramm Wald durch Herrn Hohmann vorgestellt, der die teilnehmenden Forstbesitzer ermutigte, ihre Fläche auf solche Elemente untersuchen zu lassen und bot sich als Ansprechpartner an. Uli Haizinger zeigte die vielen Flächen, wo Naturverjüngung z.B. von der Tanne mittlerweile sehr erfolgreich gelingt, was auch auf die konsequente Erfüllung des Abschlussplans der Unteren Jagdbehörde zurückzuführen ist. Naturverjüngung kann allerdings nur funktionieren, wenn es bereits Samenbäume der gewünschten Arten, z.B. Tanne, im Umfeld gibt, sowie günstige Keimbedingungen herrschen.

In einer Fläche konnte die positive Wirkung des sogenannten Voranbaus von verschiedenen Baumarten gesehen werden. Einige Jahre vor der Schlagreife eines, z.B. Fichtenbestandes, werden ausgewählte Baumarten unter die Bäume gepflanzt, sodass sie den „Schutzschirm“ der Altbäume nutzen und gut wachsen können. Wenn dann die schlagreifen Bäume entnommen werden, bleibt anschließend keine kahle Fläche, sondern ein Jungwald sichtbar.

Abenteuerlich und urig war die Wanderung entlang am Sigrüner Bach, wo so manche Krause Glucke und Steinpilz gefunden und mitgenommen wurden. Zuletzt zeigten Uli Haizinger und Georg Hohmann die beiden „Waldversuchsflächen“, eine eingezäunte und eine nicht eingezäunte. Erstere ist eine geförderte Anlage, bei der die Förderung einen Zaun verlangt. Dort wurde Bornmüller-Tanne gepflanzt. 

In der zweiten Fläche hat Uli Haizinger selbst eine Auswahl verschiedener Baumarten angepflanzt, darunter waren z.B. Zerreiche, Atlaszeder und Flatterulme. Eingestreut in seine Gebiete machte er auf Exemplare der seltenen heimischen Baumarten Flatterulme, Speierling, Elsbeere und Mehlbeere aufmerksam, aber auch  Tulpenbaum, Amberbaum, Weymouthkiefer, Urweltmammutbaum, Roteiche, Feige und Küsten-Mammutbaum zählten zu seinen durchaus erfolgreichen Anpflanzungen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Uli Haizinger und Georg Hohmann für diesen intensiven Einblick in die Praxis des Waldumbaus nebst einer abenteuerlichen Naturwanderung.