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Im Reich des Bibers (10.04.2021)

Samstag 10. April 2021; entfällt wegen Corona-Einschränkungen

Der Biber war bereits in weiten Teilen Europas durch Bejagung ausgerottet worden. Durch konsequenten Schutz und Auswilderung im 20. Jahrhundert haben sich die Bestände des zweitgrößten Nagetiers aber wieder erholt. Der Biber ist nach wie vor geschützt nach Anhang II und IV der FFH (Flora, Fauna Habitat)-Richtlinie. Der Biber ist ein revierbildendes, matriarchalisch organisiertes Familientier, das dämmerungs- und nachtaktiv ist. Manchmal kann er auch am Tag beobachtet werden. Ein Biber kann bis zu 1,30 m lang und ca. 30 kg schwer werden. In Freiheit wird er im Schnitt 10 Jahre alt. Er hat eines der dichtesten Felle im Tierreich, das schützt ihn im Wasser vor dem Erfrieren. Da Biber nicht klettern können, fällen sie mit ihren kräftigen, stets nachwachsenden Zähnen meist kleinere Bäume um die Rinde abzunagen, die vor allem im Winter die Hauptnahrung dieser Pflanzenfresser darstellt.

Aus den vom Biber abgenagten Zweigen baut er Dämme und Burgen. So entstehen entlang der Ufersäume Biotope, die vom Scharlachkäfer bis zum Schwarzstorch hunderten gefährdeten Tieren und Pflanzen Lebensraum bieten. Auch der Hochwasserschutz profitiert: Durch Biberreviere verzögert sich der Wasserabfluss um bis zu 19 Tage. Damit arbeitet der Biber „Hand in Pfote” mit der Wasserwirtschaft beim Aufbau eines naturnahen dezentralen Hochwasserschutzes.

Fast alle Konflikte treten innerhalb der ersten 20 Meter vom Ufer auf. Weiter entfernt sich der eher fußfaule Schwimmer nur ungern. Deshalb fordert der BUND Naturschutz Gewässerrandstreifen von mindestens 10 m. Das Wasserhaushaltsgesetz des Bundes (WHG) schreibt Gewässerrandstreifen von 5 m Breite verbindlich vor, allerdings hat das bayerische Wassergesetz dies nicht übernommen. Im Zuge des Booms der Biomasseproduktion gehen vielerorts die Gewässerrandstreifen sogar gegen null, was auch der Gewässerqualität abträglich ist. Möglichkeiten für die Entschädigung der Landbesitzer im Uferbereich gibt es verschiedene: Von der Stilllegung betroffener Flächen im Extensivierungsprogramm über die Ausweisung als Ausgleichsfläche bis hin zum Ankauf als Gewässerschutzstreifen durch Wasserwirtschaftsämter, Kommunen oder den BUND Naturschutz. Der Waldbesitzer und diplomierte Forstwirt Felix von Ow stellt uns sein Gebiet in der Haiminger Au aus Sicht des Bibers vor und zeigt, wie gutes Bibermanagement heute funktioniert.

Die Veranstaltung eignet sich auch für Kinder.

Samstag, 10.04.21  14:00 Uhr – ca. 17:00 Uhr

Treffpunkt: Haiming-Schwaig

Mitzubringen: feuchte-resistentes Schuhwerk, Wetterschutz, ggf. Fernglas

Die Teilnahme ist kostenfrei

Eine Anmeldung mit Angabe der Personenzahl, Name, Ort und E-Mail-Adresse / Telefon-Nr. ist erforderlich, z.B. über die Homepage des BUND Naturschutz unter Veranstaltungen auf der Seite der jeweiligen Veranstaltung. Dort werden auch aktuelle Terminänderungen oder Coronaauflagen etc. bekanntgegeben.