GEO-Tag der Pilze und Pilzwanderung für Naturfreunde

Bei trockenem und nicht zu kaltem Wetter kamen ca 40 Teilnehmer zur Pilzwanderung für Naturfreunde ins Daxenthal. Zeitgleich fand der GEO-Tag der Pilze statt, der bis in den Nachmittag dauerte, während die Pilzwanderung mittags endete.

Till R. Lohmeyer, Dr. Ute Künkele und Rosi Denk-Gottschaller, drei Pilzsachverständige, leiteten jeweils eine Teilnehmergruppe. Zu Beginn erklärte Till R. Lohmeyer, dass es für Pilzsammel-Einsteiger extrem wichtig ist, die 20 wichtigsten Giftpilze sicher bestimmen zu können. Und da für den Bereich Inn-Salzach schon fast 4100 verschiedene Pilzarten erfasst sind, sollten sie sich von der Fülle nicht erschlagen lassen und sich auf 2-3 Arten konzentrieren, die sie an diesem Tag dazulernen wollen.

Die Wetterbedingungen in den letzten Wochen waren nicht schlecht für Pilze. Zwar war es schon ziemlich kühl in den Nächten, aber zum Glück nicht zu trocken. Für die Röhrlinge war es aber schon zu kühl und so wurden nur wenige Arten gefunden, darunter der Rotfußröhrling und der Strubbelkopf-Röhrling. Von Letzterem wurden recht viele Exemplare gefunden. Er gehört zwar nicht zu den herausragenden Speisepilzen, ist aber essbar. Seine Stärke liegt wohl eher in seinem interessanten Aussehen. Die Pilzkörbe waren zwar am Ende nicht üppig gefüllt, aber so mancher trug doch eine Mahlzeitmenge mit nach Hause. Vor allem die Krause Glucke erfreute die Finder. Sie ist ein sehr wohlschmeckender, voluminöser Pilz, der allerdings dem Finder einige Putzarbeit vor dem Genuß abverlangt. Auffällig war auch das hohe Vorkommen an wunderschönen Fliegenpilzen, die natürlich niemand gesammelt hat. Aber die Teilnehmer zeigten durchaus auch Interesse an allen anderen Pilzen und deren Funktionen im Wald. Unermüdlich brachten sie jeden Pilz, den sie fanden zu den Experten. Dort wurden alle Arten in Listen notiert. Mittags waren es dann über 90 verschiedene Arten. Da Thomas Glaser zwei Tage vorher auch in diesem Gebiet kartiert hat, erhöhte sich die Zahl auf über 120.

Nach einer kurzen Stärkung wechselten die Teilnehmer des Pilz-Geotages zur Piesinger Leite bei Leichspoint. Die Piesinger Leite ist ein Eichen-Hainbuchen-Mischwald mit teilweise reinen Hainbuchenbeständen. Entsprechend verschieden war dann auch die Pilzfunga hier.

Insgesamt werden am Ende wohl ca 180 verschiedene Arten in der Liste stehen, davon etwa 80 nur in Daxenthal, etwa 60 nur in der Piesinger Leite und knapp 50 in beiden Gebieten vorkommend. In beiden Gebieten wurden wieder Raritäten entdeckt. Im Daxenthaler Forst war es der Kleinsporige Scheinrübling (Callistosporium pinicola), der erst der zweite Nachweis im Inn-Salzachgebiet ist. Er wuchs am Stammgrund einer abgebrochenen Kiefer. Er zählt laut Roter Liste zu den stark gefährdeten Arten (Rote Liste Bayern 2). An der Piesinger Leite überraschte der Fund des Sonnentäublings (Russula solaris), eine an Buchen gebundene Art, dessen gelber Hut recht auffällig ist. Da er sehr scharf schmeckt, ist er nicht zum Verzehr geeignet. Der Sonnentäubling zählt laut Roter Liste für Bayern zu den stark gefährdete Arten (Rote Liste Bayern 2).

Wir bedanken uns bei Till R. Lohmeyer, Dr. Ute Künkele, Rosi Denk-Gottschaller, Emanuel Sonnenhuber und Thomas Glaser für ihren großartigen Einsatz und ihrer fachlichen Expertise.

Den ausführlichen Bericht finden Sie hier: GEO-Tag der Pilze 2020