Ausflug 300: Bahnhof Mühldorf, Rundtour nach Südwesten

Außerhalb LK AÖ: Nr. 300, Bahnhof Mü: Rundtour über Kraiburg 

Mühldorf – Mühldorfer Hart (NS-Ruinen) – Ebing – Pürten – Kraiburg – Guttenburg – Mühldorf/Tüssling
„Entlang der Innleiten von Mühldorf nach Kraiburg und zurück“Stand 7. 2019

Den genauen Weg mit vielen Varianten und viele Infos zeigt die Google-Map

Die Radtour führt von Mühldorf (ein Abstecher zu den Ruinen des KZ-Außenkommandos im Mühldorfer Hart wird stark empfohlen) nach Kraiburg und südlich des Inns über Guttenburg zurück.
Der Rundkurs führt an den Inn-Leiten entlang, quert Auenbereiche des Inn. Einige sehenswerte Kirchen, Schlösser, Bauernhöfe (alle im Dehio genannt) werden angefahren; beeindruckendstes Ziel ist aber das KZ-Außenkommando Mühldorf im Mühldorfer Hart.

 

Weglänge: Der Rundkurs ist ca. 30 km lang, es geht zweimal die Innleiten hoch und hinunter. Verschiedene Varianten vor allem auf Feld- und Waldwegen werden in der Google-Map angezeigt.

Wegqualität: Man fährt meist auf kleinen Straßen, aber auch auf Wald- und Feldwegen.
Kartenmaterial: Eine Karte im Maßstab 1: 50 000 ist immer wichtig.
Natur: Von Antje Jansen (sie heißt inzwischen anders) gibt es „Natur im Landkreis Mühldorf“ wie für den Landkreis Altötting; diesem Buch sind viele Informationen entnommen.
Kultur: Informationen zu einigen der Gemeinden im Gebiet siehe www.muehldorf.de, www.waldkraiburg.de, www.markt-kraiburg.de. Informationen zum KZ-Außenkommando Mühldorf finden Sie leicht mit Google finden (z.B. mit „Mühldorfer Hart Bunker“).

Variante für Kinder: Für Kinder, die nicht die ganze Strecke fahren können, kann man eine Teilstrecke wählen, z.B. von Mühldorf nach Kraiburg oder zurück und die zweite Hälfte mit der Bahn (Waldkraiburg hat einen Bahnhof) fahren; beeindruckend auch für Kinder ist das KZ-Außenkommando Mühldorf, die Strecke von Ensdorf (Kraiburg) hoch zur Guttenburg und weitere der hier angesprochenen Punkte.

Öffentliche Verkehrsmittel: Entlang der Strecke im Norden geht die Bahn Mühldorf – Rosenheim mit Bahnhöfen in Waldkraiburg und Mühldorf, die Strecke ist auch vom Bahnhof Tüssling aus zu machen.

Einkehrmöglichkeiten: Es gibt einige Gasthäuser entlang der Route, vor allem in Mühldorf, Waldkraiburg, Kraiburg, aber auch in kleineren Orten.

Mitarbeit: Wer weitere interessante Informationen beisteuern mag oder Fehler findet, ist  herzlich eingeladen, hier beizutragen (Dr. Ernst-Josef Spindler, E-Mail: ernst-josef.spindler(at)web.de oder Tel: 08677 – 62683).

 

1            Ausgangspunkt: Mühldorf Bahnhof. Um dem ev. stärkeren Verkehr auf der Münchner Straße auszuweichen, fahren wir „Zick-zack“ entlang der Bahnstrecke nach Westen, bis wir links die Kirche von Altmühldorf sehen.
 

2            Altmühldorf: (Dehio, eine besondere Sehenswürdigkeit!) St. Laurentius, um 1500 erbaute 3-schiffige Halle. Qualitätvoller spätgotischer Flügelaltar und weitere Skulpturen, für die altbayerische Malerei richtungsweisendes Gemälde einer Kreuzigungstafel (1410) hinter dem Altar mit Longinus (der römische Centurio, der Jesus mit der ab dem 13. JH. als Reliquie verehrten hl. Lanze die Seite geöffnet und ihn als Gottes Sohn erkannt und benannt hat), got. Glasfenster.
Ich finde den barocken Altar in der südlich angebauten Seelenkapelle interessant und ungewöhnlich: Altarbild mit Engeln, die unter dem gekreuzigten Christus Menschen aus dem Feuersee ziehen, die gedrehten, vergoldeten Säulen links und rechts enden in Totenkopfpilastern, ganz außen anstelle der Seitenheiligen stehen zwei Gerippe mit goldenen, silbernen Gewändern und über dem Altarbild nochmals drei Totenköpfe; der Altar wurde also speziell als Seelenaltar konzipiert.
Weiter die Münchner Straße, bis links die Bundesstraße nach Ecksberg gequert wird.

3            Ecksberg: Die Stiftung Ecksberg ist Träger verschiedener Einrichtungen und Dienste für Menschen mit geistiger, körperlicher und seelischer Behinderung (www.ecksberg.de); wie „üblich“ wurden auch hier viele geistig Behinderte in der Nazizeit getötet (u.a. durch Hungerdiäten!), vor allem nachdem das öffentliche Tötungsprogramm wegen kirchlicher Aktivitäten eingestellt wurde. 1944/45 befehligte u.a. auch von hier aus auch die Organisation Todt den Bunkerbau im Mühldorfer Hart. Etwas zurück in Richtung Mühldorf liegt die
Wallfahrtskirche St. Salvator. Neubau von 1683/83 von Christoph Domenikus Zuccalli, vorher spätgot. Kirche. Schön gestaltete Fassaden (Stuckrahmen der Rundbogenfenster und darüber liegende runde Scheinfenster). Das Innere anspruchsvoll gegliedert, drei vorzügliche Altäre, schwarz-gold, Ölgemälde stellt die Geschichte der Wallfahrt dar.
Weiter direkt wie auf der Google-Map beschrieben auf einem kleinen Sträßlein nach Ebing, siehe Punkt 5.

4            Hier wird aber zuerst der Abstecher in den Mühldorfer Hart beschrieben: Wieder zurück, die Münchner Straße weiter, über den Inn-Kanal bis zum Kreisel und dort die Straße nach Waldkraiburg, nach 1 km rechts ab und dann nach ca. 700 m noch etwa 300 m nach links; dort trifft man auf eindrucksvolle Ruinen der NS-Rüstungsindustrie.
KZ-Außenkommando Mühldorf: Im letzten Kriegsjahr (August 1944 bis April 1945) sollte dort eine riesige Flugzeugfabrik mit dem Tarnnamen "Weingut I" (Düsenjäger ME262, zusammen mit ähnlichen Fabriken bei Landsberg) erbaut werden. Unter schlimmsten Arbeitsbedingungen (mittlere Lebensdauer ca. 80 Tage) starben in 10 Monaten ca. 3000 Häftlinge und Zwangsarbeiter; nach dem Krieg wurden einige der Massengräber ausgegraben und die Leichen in verschiedenen Gemeinden der Umgebung würdiger bestattet, so auch in Burghausen, Kraiburg, Mühldorf, Neumarkt St. Veit, Mittergars, Ampfing und Altötting; die Friedhöfe in den letzten drei Städten wurden inzwischen aufgelassen, die dortigen Toten in normalen Friedhören bestattet. Unter meterdicken, bombensicheren Betonhalbschalen sollten mehrstöckige Produktionshallen (ca. 400 m lang, 85 m breit) gebaut werden, dazu kam es aber nicht mehr. Die Amerikaner versuchten die ersten drei der je 33 m breiten Halbschalen zu sprengen, was bei der ersten misslang, da diese noch auf dem zum Betonieren aufgeschütteten Kiesbett auflag. Diese Halbschale ragt heute noch bis zu den höchsten Baumgipfeln auf.
Man sieht, wie sich die Natur langsam dieses Trümmerfeld wieder zurückholt, Pionierpflanzen müssen mit wenig Humus zurechtkommen, …
Wie mit der Google-Map beschrieben kann man noch die spärlichen Überreste der Lager mit einem kleinen Informationszentrum besichtigen. Im Sommer hausten die Arbeiter in unbeheizbaren „Finnenzelten“, für den Winter wurden dann Erdhütten in den Boden gegraben, die zumindest gegen die Kälte einigermaßen schützten.
Zurück zum Waldweg und diesen im Halbrund etwas kompliziert weiter bis man die Staatsstraße und den Inn-Kanal überquert hat, ev. mit einem Abstecher nach Ebing zurück. Man kann natürlich auch von der KZ-Ruine wieder nach Ecksberg zurückfahren und von dort nach Ebing und weiter nach Pürten.

5            Auf dem kleinen Sträßlein Richtung Ebing. Vor Ebing zweigt im Wald ein Waldweg nach links ab („https://de.wikipedia.org/wiki/GomphotheriumUrelefant – Kippe Ebing“); an einer Stelle kann man steil zum Inn hinunterlaufen, wo die Stelle gezeigt wird, an der wichtige Knochenteile eines der beiden Mühldorfer Urelefanten (dem Ebinger Urelefanten) gefunden wurden. Abgesehen von dem 15 minütigen Ab- und Aufstieg durch die Hangwälder mit vielen Lianen, ist der direkte Blick zum Inn interessant, die Infos zu den Urelefanten weniger. Auf der Kippe wurde beim Bau des Innkanals 1920/23 viel Aushub abgelagert, so dass dort ein trockenes Gebiet mit Pionierbewachsung entstanden ist.
Ebing ist ein kleines Dorf, über dem eindrucksvoll auf dem Innhochufer die Filialkirche St. Martin liegt (Dehio), eine gotische Kirche mit drei Langhausjochen und eingezogenem zweijochigen Chor. Barocker Hochaltar und reizvolle Rokoko-Kanzel. Die Kirche mit Friedhof ist durch eine barocke Friedhofsmauer umgeben, daneben eine riesige Linde, Naturdenkmal im LK-Mü, ein schöner Platz für eine Brotzeit. Weiter über die Froschau (ein weiteres ND im LK MÜ) oder auch direkt nach Pürten.

6            Pürten: Wieder eine besondere Sehenswürdigkeit (Dehio), die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt: Gotischer Neubau (1398-1428) unter Einbezug der romanischen, vielleicht noch aribonischen Kapelle an der Südseite (jetzt Gnadenkapelle mit einer gotischen „Schönen Madonna“) und des in vier Geschossen erhaltenen roman. Turmes. Schöne Skulpturen auf den Altären und Deckengemälden; 1757 wurde das Innere teilweise umgestaltet (Rokoko). Pfarrhof wohl 17. JH..
Mindestens so interessant finde ich die Zeichen für die frühere Volksfrömmigkeit, die sich in dieser Kirche zeigen:
* Die Geschichte der Hl. Alta ist über ihrem Grab gemalt und beschrieben (1716): Die französische Königstochter verlobte sich Maria in ihrer Krankheit und wurde mit einem Eselskarren nach Pürten geschickt; falls sie unterwegs sterben sollte, sollte sie dort begraben werden, wo die Esel stehen bleiben würden, und das war genau in Pürten. Der Kopf ihrer Grabfigur liegt auf einem „Wunderbuch“, das „Pürtener Evangeliar“ um 900 geschrieben; in vielen Jahrhunderten heilte es (man musste sich mit dem Kopf darauf legen) oftmals und befindet sich heute in der Bayerischen Staatsbibliothek.
* Drei lebensgroße und lebensgewichtige inzwischen äußerst seltene Wachsfiguren sind zu sehen, die männliche Figur wird wegen eines Mirakelbucheintrages vom 25. 1. 1687 als der Bauer Georg Schweiberer aus Niederbergkirchen historisch nachweisbar.
* An der Rückwand ein Hagioskop (aus den griechischen Worten "hagios = heilig" und "Skopein = schauen"; "ein Fensterchen, durch das man vom Turm aus auf das Heilige, den Altar, schauen konnte", ev. für Kranke mit ansteckenden Krankheiten)
Kirche und Pfarrhof sehr schön auf dem Innhochufer gelegen.
Weiter nach Kraiburg, ist nach ca. 700 m links eine kleine Allee mit Spitzahornbäumen, zwei davon Naturdenkmale im LK-AÖ. Weiter über den Inn nach Kraiburg.

7            Kraiburg: Filialkirche St. Sebastian und Nikolaus, sog. Aukirche (Dehio). Sie wurde 1614 als Pestkapelle außerhalb der Stadt gestiftet; Langhaus zwei Joche, dreiseitig geschlossener, nicht eingezogener Chor, viergeschossiger Westturm mit oktogonalem Glockenturm und kräftiger Zwiebel. Viele barocke Prozessionsstangen.
Pfarrkirche St. Bartholomäus: Neurom. Basilika
Schloßbergkapelle St. Georg, neugotisch; sie wurde 1838 vom Schiffsmeister Johann Georg Riedl errich-tet, der "in höchster Not ein entsprechendes Gelübde abgelegt (hatte), nachdem eines seiner Lastschiffe mitsamt Menschen, Pferden und 1000 Scheffel Getreide wegen eines abgerissenen Seils an einem Brücken-pfeiler im Inn zu zerschellen drohte" (SZ vom 23. 8. 2019, S. 30); seitdem treffen sich jedes Jahr am Geor-gitag dort die Nachfahren des Schiffsmeisters, je nachdem zwischen 60 und in Jubiläumsjahren bis zu 300 aus vielen Ländern der Welt. In der Kapelle hängt die eingemauerte Stiftungsurkunde und auch das gerisse-ne Seil von 1832, und an der Rpückseite des Altars haben sich viele der Nachfahren mit Unterschrift "vere-wigt".
Südlich davon tiefer mittelalterl. Halsgraben als letzter Rest der ehemaligen Burg der 1248 ausgestorbenen Kraiburger Grafen.

Am Marktplatz alte Bürgerhäuser, zwei Tore und ganz in der Nähe das Heimatmuseum (Jettenbacherstrasse 5).

Ab Kraiburg geht es wieder auf der südlichen Innseite zurück nach Mühldorf, zuerst durch das Trostberger Tor am Süden des Marktplatzes, dann dahinter nach links auf die Guttenburger Straße und diese weiter nach Nord-Osten. Nach ca. 1,3 km (in Fisslking) eine große Linde, ein Naturdenkmal im LK AÖ, davor eine Kreuzigungsgruppe mit Christus und den beiden Schächern. Daneben die Filial- und Wallfahrtskirche St. Salvator, 1758 vom Herren von Guttenburg gebaut (reicher Spätrokoko-Stuck, im Zentrum des Hochaltars ein mittelalterlicher Kruzifixus). Weiter nach

 

8            Ensdorf: Pfarrkirche St. Johann Baptist (Dehio). Gotisch, innen neugotisch, alte Friedhofsummauerung, mit Bächlein daneben.
Pfarrhof (Haus 43): Geschlossene Vierseitanlage, Wohnhaus im Norden mit schweren Kreuzgewölben. Wirtschaftsgebäude von 1900.
Kurz danach an einer Säge mit einem riesigen, funktionierendem Wasserrad vorbei. Durch den Wald die Innleite unten entlang bis zu einer Brücke. An den steilen Innleiten viele kleine Bächlein, Hangaustritte innerhalb der Molasseschichten, die Kalktuffvorkommen bilden, Feuersalamandern einen perfekten Lebensraum bieten. Danach hoch nach Guttenburg.
(Steil hoch geht es am Beginn des vorher beschriebenen Weges nach Malseneck: Schloß, 1905 von Franz Rank für Freiherr Dr. von Malsen gebaut, weiter nach Osten vorbei an einem Gutshof in Heimatstilformen, auch von Rank gebaut, dann kurz danach rechts hinunter in ein schönes Bachtal, dieses entlang bis zu einer Brücke über diesen Bach, siehe vorher.)

9            Schloss Guttenburg:  (Dehio) Ehem. Stammsitz der Grafen von Taufkirchen; auf kanzelartigem Vorsprung am Rande der Hochterasse gelegen, nach Süden durch mittelalterlichen Halsgraben abgetrennt. 5 unterschiedlich lange, außen schmucklose dreigeschossige Flügel von 1660/70 auf mittelalterlichem Ursprung erbaut. Ehem. Schlosskapelle im Nordflügel, südlich vor dem Torturm Schlossgarten, an der Garten Ostseite ehem. barocker Marstall mit barocker Schweifgiebelfassade, um 1700. Derzeit „bewacht“ eine überlebensgroße Leninstatue das Schloss, dessen kürzlich verstorbener Herr sich vielleicht so gegen den nahen Golfplatz wehren wollte. Auch eine MIG und einen russischen Panzer gibt es auf dem Gelände.
Zurück ins Dorf, dort am Ausgang links eine große Eiche (Naturdenkmal im LK Mü) und weiter zur
Filial- und Wallfahrtskirche Mariä Geburt in Hofwies. 1791 von Reichsgraf Max Emanuel von Tauffkirchen erbaut, bemerkenswerte kreuzförmige Anlage, Rokoko-Altar mit Gnadenbild einer Marienfigur um 1500. Über der Eingangstür wird der Tod eines wilden Soldaten gezeigt, der stirbt, wie er auf eine Marienstatue schießt!
Direkt daneben ein weiteres Naturdenkmal im LK Mü, zwei Linden. Weiter ostwärts nach

10        Frauendorf mit der Pfarrkirche St. Michael: (Dehio) Tuffquaderbau 15. JH, malerisch am Gallenbach gelegen. Innen 1766 (Spät-Rokoko) ausgemalt, interessante Skulpturen aus Gotik und später.
Es geht östlich des Gallenbachs weiter nach Flossing (die Brücke über den Gallenbach bei Heisting ist wegen Baufälligkeit gesperrt).
Variante: Sie führt zum Inn, von wo man einen schönen Einblick in den Heistinger Hang hat. Der letzte unverbaute Prallhang der Inn-Mäander in Bayern. Seit 1880 hat sich der Inn hier etwa 40 m Wand geholt. Auch auf der Ebinger Seite hat das WWA in den letzten Jahren die Uferverbauung aufgebrochen, die Steine liegen gelassen: Seitenerosion haben etwa 20 m des Ufers erfasst. Dann durch den Wald auf teils schlechtem Weg mit einem „Zick“ nach

11        Flossing zur Pfarrkirche St. Johann Baptist: Einheitl. Neubau von 1711. Innen Rokoko. Seelenkapelle von 1749 südlich am Turm; Seelenkapellen sind oft ehemalige „Beinhäuser“ gewesen, also Friedhofskapellen, in denen nach vielleicht 20 Jahren die nicht verweslichen Knochen umgebettet wurden, um Platz für neue Bestattungen zu gewinnen (auch Karrner).
Weiter nach Norden bis nach

12        Annabrunn mit der Filial-und Wallfahrtskirche Hl. Mutter Anna.
Reizvolle Baugruppe: gefasste Quelle (1500 genannt); Kapelle von 1686, zweimal erweitert; Gasthaus (ehem. Priesterhaus). Kirche um 1686 erbaut, Rokoko-Altar mit Figuren von Christian Jorhan d. Ä..
Weiter nördlich, am Inn, in Starkheim, ein Ausflugslokal.
Von Annabrunn über Tegernau nach Mühldorf-Ost, über den Inn, den Stadtplatz zurück zum Bahnhof.
Man kann natürlich auch noch schön weiterfahren etwa bis zum Bahnhof Tüssling, zuerst bis Polling.

13        Polling, Pfarrkirche St. Mariä Heimsuchung: Dehio: Kleinere gotische Kirche, erhöht mitten im Dorf, barockisiert. Südlich angebaut eine Seelenkapelle, gotisch und barockisiert, mit gotischer Muttergottes.
Dann weiter nach Tüssling, außerhalb von Polling auf einem Fahrradweg.

14        Tüssling: Schon 730 als Meierhof genannt. 1379 Marktrecht.
Pfarrkirche St. Georg. 1725/26; eindrucksvolle Darstellungen der Drachentöterlegende an der Decke und in einer neuen Plastik am Altar.
Schloss: 1583 durch Johann Veit Freiherr von Toerring erbaut. Mit vier Ecktürmen eine regelmäßige Vierflügelanlage (ehem. Wasserschloss); Festsaal um 1725 neu eingerichtet; längsoktogonales Turmzimmer. Schlosskapelle St. Veit, 1611 geweiht. Nördlich ein ausgedehnter Schlosspark.
Schöner Marktplatz.

15        Heiligenstadt: Wallfahrtskirche Unschuldige Kindlein: Got. Saalkirche, Chor nach 1373, Langhaus vor 1451 fertiggestellt. Innen 1734 barockisiert, Kruzifixus mit natürlichem Haar, beachtliche Sammlung wertvoller Heiltümer, geschnitztes Gestühl.
Im "Kreuzgang" (Zugang innen, südliche Kirchenwand) Tafelbilder der Wallfahrtsge-schichte aus dem 16. JH.; auf all diesen Bildern ist als Hintergrund die Kirche von Burgkirchen am Wald und das Tüsslinger Schloß zu sehen, auf einem Bild wird mit diesem Hintergrund der Bau der Wallfahrtskirche gezeigt; dem Maler war wohl nicht bewusst, dass die Heiligenstädter Kirche älter zumindest als das Schloss (von 1583!!) ist!! Burgkirchen am Wald ist auch jünger, zumindest in der heutigen gotischen Form.
Kleine Kapelle, ehem. "Gnadenbrunnen" südlich, von 1734..

16        Burgkirchen am Wald: Pfarrkirche St. Rupertus. Langhaus 1450 zwischen romanischem Turmuntergeschoss und ehem. romanischem Chor ausgeführt; erst 1480 spätgotischer Chor mit 5/8-Schluss. Weithin beherrschend gelegen, zweischiffiger got. Hallentypus (selten), dadurch interessante Säulen- und Netzgewölbegliederung. Mächtiger Hochaltar von 1750/60. Romanischer Taufstein und Türbeschläge. Im südl. Altarblatt Glorie des hl. Isidor mit Ansicht des Ortes und Schlosses Tüssling (1730). Schnitzfiguren mit Zeitkostümen (Rokoko).
Friedhofskapelle, 15. JH. (ähnlich Alzgern, Winhöring, Waldhausen)

Quellen:

Q1 „Natur im Landkreis Altötting“, Antje Jansen; 2007 (?), Landratsamt Altötting. Die beste schriftliche Unterlage zu diesem Thema, leider sind die Aussagen zur Geologie oft falsch. Das Büchlein ist nach m.M. vergriffen.
Q1a „Natur im Landkreis Mühldorf“, Antje Jansen (1996). Ein sehr informatives Büchlein. Herausgegeben von den Raiffeisen und Volksbanken im LK Mü, nach m.M. vergriffen.
Q2 „Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern“ bzw. „…, Bayern II: Niederbayern“. Deutscher Kunstverlag, 2002
Q3 „Reclams Kunst Führer: Österreich I bzw. Österreich II“.Philipp Reclam Jun. Stuttgart, 1981
Q4 „Grüner Reiseführer Landkreis Altötting“, Kreisverband für  Gartenbau und Landespflege, Altötting e.V., 2003
Q4 Liste der bayerischen Naturdenkmäler
Q5 Informationen in vielen Webseiten der größeren Gemeinden meist nach dem Schema www.ortsname.de, z.B. www.burghausen.de.
Q6 „Jahrmillionen vor der eigenen Tür“, Simon Pittner. Burghauser Geschichtsblätter, 32. Folge, 1973. Dieses lokale geologische Standardwerk ist leider vergriffen.