LK AÖ: „Zu Fuß“ Nr. 30                                          Stand 8. 2010

 

„Burghausen - Hochburg: Österreicher Burgblicke“

 

Burghausen/Wanghausen – Oberkriebach – Ausblick Ach/Duttendorf - Burghausen

 

 

Weglänge: Runde kurz ca. 4.5 km, ca. 180 Höhenmeter.

Wegqualität: Man geht auf Fußwegen, teils auf wenig befahrener Straße.

Nähere Informationen:
Kartenmaterial: Eine Karte im Maßstab 1: 50 000 ist immer wichtig.
Natur: Informationen inkl. Sagen, Geschichten zu hier aufgeführten Themen auch für Kinder und Schulklassen vermitteln z.B. spezielle naturkundliche Führungen (Monika Hager, Tel: 08677 – 63728, E-Mail: monikahager(at)gmx.de; Marion Strauss-Barthel, Tel: 08677 - 873998, E-Mail: strauss-barthel(at)gmx.de, www.umweltbildung-altoetting.de).
Kultur: Nähere Informationen mit einigen Bildern zur Wallfahrtskirche Maria Ach, dem Goldbründl und zum Schloss Wanghausen (http://www.burgenkunde.at/oberoesterreich/wanghausen/wanghausen.htm).

Variante für Kinder: Für ältere Kinder ist der Ausflug 20 interessanter. Bei diesem Ausflug vielleicht auch der direkte Aufstieg von der "Alten Brücke" hoch zu dem Ausblick in Duttendorf, den man zu einem Rundweg ausbauen kann. 

Öffentliche Verkehrsmittel: Info z.B. unter www.brodschelm.de, www.burghausen.de, Stadtinfo, Citybus.
Ortsverkehr 1, 13: (Stadtplatz, Heilig-Geist-Spital)

Taxi: Gaßner (Tel: 08677-3339), Schwarz (Tel: 0800 2133321)

Einkehrmöglichkeiten: Am Salzachufer in Österreich: Cafe Ployer, Gaststätte Pachler und Weinberger, Gaststätte Jungwirth, In der Reib. Oben in  Duttendorf Kiosk „Bei Moni (?)“

Benachbarte Ausflüge: Ausflug 20 "Wanghausen: Tiefes Tal", Ausflug 25 "Wanghausen: Heilbründl", Ausflug 130 "Burghausen - Tittmoning"

Mitarbeit: Wer weitere interessante Informationen beisteuern mag oder Fehler findet, ist  herzlich eingeladen, hier beizutragen (Dr. Ernst-Josef Spindler, E-Mail: ernst-josef.spindler(at)web.de oder Tel: 08677 – 62683).

DieNaturfreunde Hochburgbeschreiben in einer Wanderung u.a. den letzten hier aufgeführten Bereich, bitte anklicken. 

 

Mehr Information zu einigen in der dazugehörigen Google-Map angezeigten Sehenswürdigkeiten finden Sie in der Beschreibung zu Ausflug 20.

 

1                                          Ausgangspunkt: Stadtplatz Burghausen, aber wie man bei Google-Maps sieht, kann man auch an vielen anderen Stellen diesen Rundweg beginnen (z.B. sehr gut auch am Kunsthaus bei der „Neuen Brücke“, in Wanghausen bei der Volksschule, ...).
Über die „alte Brücke“, dann gleich links hinunter über Treppenstufen zum Salzachuferweg, und die Salzach aufwärts, an Cafe und Bäckerei Ployer und dem Wirtshaus Weinberger vorbei, bei den aus Eisenplatten geschnittenen 12 Jahreszeichen vorbei bis zur Wallfahrtskirche Maria Ach. Unterwegs immer wieder kleine Blumen- und Pflanzenanlagen von der Landesgartenschau 2004, von der auch der Garten vor der Kirche stammt, Beiträge von Hochburg/Ach. Altstadt und Burg sehen von dieser Seite besonders beeindruckend aus; manchen stört optisch die Hochwassermauer, die seit 1968 die Grüben von Überschwemmungen geschützt hat.

2                                          Wallfahrtskirche Maria Ach: Wie bei so vielen Wallfahrskirchen musste auch hier wegen das schnell anwachsenden Pilgerstromes die kleine gotische Kapelle erweitert werden, was gerade von außen sehr gut zu sehen ist. Gegenüber dem Pfarrhof neben der Kirche, zum Hang hin, ist das Goldbründl, eine heilsame Quelle, welche wie Wanghausen schon 1270/80 im Maier Helmbrecht Epos erwähnt ist.
Gegenüber der Volksschule Ach ein Naturdenkmal mit zwei mächtigen Platanen, die ein dritter Baum (Spitzahorn) schön zu einem Ensemble ergänzt.

3                                          Schloss Wanghausen: Das Schloss ist nicht zugänglich, wohl aber der Rosengarten, der 2004 zur Landesgartenschau hergerichtet und geöffnet wurde. Direkt am Rosengarten und dem Schloss entlang zur Straße, diese einige Meter entlang Richtung Salzburg und das erste Weglein nach links abbiegen und steil den Salzachhang hinauf. Rechts in der Schlucht verläuft das "Tiefe Tal", siehe Ausflug 20. 

 

4.                                        Im oberen Teil dieses Wegleins sieht man Nagelfluhbänke, wie fast überall entlang den oberen Teilen der Salzachschlucht. Wo der Weg den Wald verlässt und in einen breiteren Feldweg übergeht, steht ein kleines "Indianer"-Häuschen mit der bekannten Weissagung der Cree, den vor allem die amerikanische und deutsche Umweltbewegung in den 80er Jahren benutzt hat:
„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“
Only after the last tree has been cut down / Only after the last river has been poisoned / Only after the last fish has been caught / Then will you find that money cannot be eaten.

Diese Weissagung hat allerdings mit den Cree oder anderen Indianern nichts zu tun und wurde von einem authentischen aber völlig anders gearteten Indianerspruch umgewandelt

 

5                                          Zurück in den Wald und auf gleicher Höhe nach Norden und dann nach Nordosten die Hangkante entlang auf einem guten Waldweg bis man nach etwa 600 m an einen Aussichtspunkt mit Bank und Tisch kommt. Sehr schöne Aussicht auf Pulverturm, Wöhrsee, Burg und Altstadt! Zurück und dann Mit etwas Gefühl "zick-zack" den Wald hoch über Waldwege nach Oberkriebach. Etwa auf halber Höhe zwischen dem "Indianerhaus" und der Waldgrenze kommt man an einem Nagelfluhaufschluss vorbei, einen ehemals genutzten  Nagelfluhsteinbruch. Zu diesen Nagelfluhsteinbrüchen auchAusflug Nr. 1 "Hechenberg" und Ausflug Nr 130 "Burghausen - Tittmoning". An diesem Steinbruch sind sehr schön einige Bohrlöcher zu erkennen, mit denen der Abbau realisiert wurde.
Erst die letzten Meter vor Erreichen der Waldgrenze gehen wir auf einem nicht so breiten Pfad. Direkt am Waldrand steht ein Haus mit einem Hundezwinger, das man sonst kaum zu Gesicht bekommt; das Haus lässt eine frühere bessere Zeit erahnen. Etwas darüber ein größerer Hof.
Interessant erscheint mir der kleine, Baum-umstandene Weiher nahe dem Hof Oberkriebach: Wegen der Durchlässigkeit der eiszeitlichen Schotter gibt es nur wenige solche hochgelegenen Weiher; Einspülungen von Ton etc. über die letzten tausende Jahre dürften diese Senke abgedichtet haben. Etwa 500 m weiter östlich ist ein weiterer solcher Tümpel.

Variante: Den Fußweg entlang bis zu einem kleinen, wenig befahrenen Sträßlein. Daneben ein Marterl zum Gedenken an die in Hochburg/Ach einst ansässige größere Sinti-Familie Kerndlbacher, die unter den Nazis fast vollständig ermordet wurde; eine der wenigen Überlebenden wurde von Leni Riefenstahl für ihren Film „Südland“ ausgesucht, konnte flüchten und überlebte in einem KZ (siehe etwa www.gedenkdienst.at/index.php. Ein anderer konnte vom LKW springen und sich im „Tiefen Tal“ verstecken, als die Nazis die Sinti-Familie in das KZ-Maxglan verschleppten. Von 300 Sinti überlebten drei!

 

6                                          Weiter nach auf der Ortsverbindungsstraße. Rechts ein Hof mit Bio-Gaserzeugung . Von hier hat man bei gutem Wetter einen herrlichen Blick auf die Alpen. Die Linie über die Kirche von Asten als rechte Bildbegrenzung geht etwa auf Garmisch-Partenkirchen zu, die Linie über die Kirche von Hochburg als linke Bildbegrenzung weist in Richtung Totes Gebirge. Man sieht also einen großen Bereich vom Wetterstein über Karwendel, Kaiser, Watzmann, Tennengebirge, Dachstein bis zum Toten Gebirge und dahinter natürlich die Zentralalpen.

 

7                                            Weiter durch Oberkriebach: Rechterhand eine Senke, die bis zur Verfüllung im Frühjahr 2011 mit einem einige Meter tiefen Schluckloch (Doline) eine Fläche von mindestens 1 ha entwässerte. An dieser Stelle befand sich auch früher eine Ziegelei, die die dicken Tonschichten auf der Endmoräne nutzte (Josef Drbal, Ortsheimatpfleger Wanghausen).

8.                                           Weiter nach Duttendorf/Ach zu einem Aussichtspunkt mit Kiosk. Von hier hat man einen sehr guten Überblick über das südliche Salzachtal, die Altstadt und Burg von Burghausen. Von hier steil die kleine Straße hinunter zur „alten Brücke“ und zurück zum Burghauser Stadtplatz oder Abstecher (ca. 650 m) zu einer

9                                             frühzeitlichen (?) Abschnittsbefestigung ("Keltenburg" genannt). Sie befindet sich etwa auf gleicher Höhe wie der Kiosk und ein Weg entlang der Hangkante nach Norden am Gasthaus Naturfreundehaus vorbei führt dorthin. Die Befestigung befindet sich ca. 150 m nördlich des Naturfreundehauses auf einem kleinen Hügel, über den ein markierter Fußweg führt. Zwei etwa 80 m auseinanderliegende von Ost nach West über den Hügel ziehende Gräben dienten als nördliche Verteidigungslinien für den abgegrenzten Innenraum, in dem einige "Löcher" auf ehemalige "Häuser" hinweisen. Über den südlichen Graben führt eine Nagelfluhsteinbrücke. Zurück zur Brücke nach Burghausen geht es kürzer über die Treppenanlage, die etwa in der Hälfte dieses Abstechers oben beginnt.
Ähnliche, aber zeitlich unterschiedliche Wallanlagen sind in Ausflug 8 (gegenüber Marienberg), in Ausflug 120 (bei Daxenthal, Haiming), in Ausflug 130 (nördlich von Nonnreit) und in Ausflug 160 (etwas süd-süd-westlich von Guffelham und südlich von Höresham) beschrieben; eine sehr schöne Wallanlage mit drei Wällen und Gräben befindet sich auf dem Sporn südöstlich des Tierhofes in Hadermarkt, St. Radegund, Österreich.

10.                                           Entlang der Hangkante gibt es noch einige weitere Aussichtspunkte auf Burg und Stadt, teils deutlich spektakulärere, die aber schwer zugänglich sind. Am leichtesten zugänglich sind einige Reste ehemaliger Eintiefungsstufen der Salzach, am spektakulärsten die kleine Höhle gegenüber dem Mautnerschloss mit dem auffälligen Nagelfluhbrocken. Schon der Zugang entlang der Hangkante ist zumindest im Sommer wegen des hohen Grases beschwerlich.



Quellen:

Q1 „Natur im Landkreis Altötting“, Antje Jansen; 2007 (?), Landratsamt Altötting (?). Die geologischen Aussagen in diesem Buch sind leider oft unrichtig.

Q2 „Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern“ bzw. „…, Bayern II: Niederbayern“. Deutscher Kunstverlag, 2002

Q3 „Reclams Kunst Führer: Österreich I bzw. Österreich II“.Philipp Reclam Jun. Stuttgart, 1981

Q4 „Grüner Reiseführer Landkreis Altötting“, Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, Altötting e.V., 2003

Q4 Liste der bayerischen Naturdenkmäler

Q5 Informationen in vielen Webseiten der größeren Gemeinden meist nach dem Schema www.ortsname.de, z.B. www.burghausen.de.

Q6 „Jahrmillionen vor der eigenen Tür“, Simon Pittner. Burghauser Geschichtsblätter, 32. Folge, 1973. Dieses lokale geologische Standardwerk ist leider vergriffen.