Alt- und Neulasten im LK AÖ

"TechnoSan - eine nicht unerhebliche Neulast"

Im Oktober 2015 wurde der TechnoSan-Gründer zu vier Jahren Gefängnis, Mitangeklagte zu Bewährungs- bzw. Geldstrafen von der Wirtschaftsstrafkammer verurteilt. Auf dem Neuöttinger Gelände der Firma wurden große Mengen giftiger Abfälle (Bauschutt, Gleisschotter etc.) nicht wie vorgesehen gereinigt, sondern umdeklariert und in ca. 30 Deponien eingelagert, man rechnet mit einigen 100 000 t Schutt; auf dem Gelände lagern noch ca. 20 000 m3 Abfälle, für deren Entsorgung noch ca. 2,6 Mio € durch den Staat aufgebracht werden müssen - TechnoSan ist ja pleite. Ende August 2016 liegt nun auch das schriftliche Urteil vor. In ihm wurden auch die Aufsichtsbehörden, allen voran das LRA - AÖ kräftig "abgewatscht": "Eine effektive Kontrolle der Umstände vor Ort wurde von dem zuständigen Mitarbeiter des LRAs nicht für nötig befunden, gleichzeitig wäre aber das LRA auch personell nicht in der Lage gewesen, eine Kontrolle vor Ort war verwaltungsrechtlich nicht zwingend vorgesehen und politisch eine strikte Kontrolle auch nicht unbedingt gewollt." (inhaltlich zitiert aus PNP, 27. 9. 2016; S. 217)
Mehr Informationen mit Google unter "TechnoSan, Umweltskandal".

"Altlasten: Ein nicht unerhebliches Problem" (ANA, 20. 10. 2010)

Im Landkreis gibt es 235 Altlastenverdachtsfälle, die erfasst, beurteilt und nach Prioritäten bearbeitet und eventuell saniert werden müssen. Derzeit schafft es die Abteilung Umwelt im LRA jährlich vier Fälle zu bearbeiten, hat Johann Stubenvoll den Umweltausschuss informiert. Bis 2010 sollen die 17 500 Verdachtsfälle in Bayern halbiert und bis 2020 ganz bearbeitet sein. Bei jährlich 4 Fällen kann man sich dies nicht vorstellen.

Speziell kritisch wird derzeit die sogenannte "Rußhütte" in Neuötting gesehen.

(ANA 30. 11. 2010) Die problematischste Stelle in Burghausen ist die "Hauswirtsgrube" in Scheuerhof, oberhalb des Neubaugebietes, an der B20; es handelt sich um eine ehemalige Kiesgrube, die 4 - 15 m dick mit Müll verfüllt wurden - immer wieder von Kiesüberdeckungen unterbrochen. Zwischen der ehemaligen Müllhalde und dem Grundwasser besteht ein 25 - 30 m dicke, schützende Bodenschicht. Bei den Probebohrungen wurden keine Schwermetalle gefunden, alle 2 Jahre soll prüfend überwacht werden.