Vogelwanderung am Marktler Badesee (22.4.18)

Über 30 große und kleine Naturfreunde hielt es an diesem wunderschönen Sonntagmorgen nicht im Bett und sie kamen zu uns an den Marktler Badesee. Ludwig Maier Senior, der seinerzeit den Umweltstadl dort aus der Taufe gehoben hat, übernahm die Wegführung. Ingo Gürtler sammelte unterwegs immer wieder alle Teilnehmer um sich, zum Lauschen und zum Erkennen der Vogelstimmen. Dabei erzählte er auch viel über die Lebensweise und Bedürfnisse der Vögel. Wir gingen zuerst um den Badesee und dann nach Queng, wo sich das Umweltstadl befindet. Von dort stiegen wir in den Buchenhangwald ein – vorbei am „Waldgeist“, der die Teilnehmer zu Ruhe im Wald mahnt. Überall gab es urige Bäume und Wurzelformationen zu sehen. Schließlich gelangten wir zum „Urwald“. Vor über 50 Jahren wurde das Gebiet fast ganz abgeholzt und seither nicht mehr bewirtschaftet. Es durfte alles wachsen, fallen, vergehen und neu wachsen, wie es der Natur gefiel. Sturm und Blitze hinterließen Totholz – stehend und liegend. Ab hier wurde der Weg auch etwas schwieriger und steiler, teilweise fast alpin. Für die anwesenden Kinder aber überhaupt kein Problem - wie die Geißen sprangen sie die Hänge rauf und runter – klasse! Und: Keine Exkursion ohne Frosch – auch hier ließ sich ein Springfrosch fangen und bereitwillig ablichten.

30 verschiedene Vogelarten konnten unterwegs erfasst werden. Diese Liste wird dem GEO-Tag, der am 9. Juni im gleichen Gelände stattfindet, beigefügt. 8.00 Uhr ist als Startzeit für eine Vogelerfassung schon etwas spät, aber Sommer-Goldhähnchen, Tannenmeise, Grünspecht, Turmfalke und als typischer Laubwaldbewohner der Waldlaubsänger konnten, neben den „alltäglichen“ Arten, dennoch gehört oder gesehen werden. Der Waldlaubsänger wird auch Waldschwirrl genannt. Er brütet gerne am Boden, z.B. unter Baumwurzeln. Am Badesee sahen wir eine brütende Reiherente, Blässhühner und Gänsesäger. Auch der Biber ist am Badesee hochaktiv, was dem See einen außerordentlichen Charme verleiht. Die dreieinhalb Stunden waren schnell rum und für alle ein unvergessliches Erlebnis!

Wir sagen vielen Dank an Ingo Gürtler und Ludwig Maier sen. für diesen außergewöhnlichen, abenteuerlichen Sonntagvormittag!

Brütende Reiherente
In Queng
Urige Bäume: der Waldgeist
Hangbuchenwald bei Queng
Totholz, wo man hinschaut
Im Wald
Abbruchkanten zeigen die Bodenschichtung des ehemaligen Flusssandes
Urige Baumwurzel
Schlucht in den Urwald
Springfrosch
Stattliche Buchenwurzel
Ludwig Maier sen. führt uns sicher über abenteuerliche Wege
Gefallene Giganten
... und immer weiter bergauf
Hangabbruchkante